Er wollte zwischen Muri und Geltwil «einfach mal schauen», was sein Töff «so bringt». Gebracht hat es dem 25-Jährigen die Erkenntnis, dass seine Kawasaki Ninja ZX-6R locker 151 Stundenkilometer schafft, aber auch 16 Monate Freiheitsstrafe bedingt, eine Busse von 2000 Franken und teure Verfahrenskosten. Denn die Polizei schaute zu und blitzte.

Es war ein sonniger Sonntag im April. Roman (Name geändert) fuhr von Muri Richtung Geltwil und drehte den Gasgriff seiner Maschine auf. Als es blitzte, hatte er eine «toleranzbereinigte Geschwindigkeit von 151 km/h», wie es juristisch korrekt heisst, auf dem Tacho. Damit überschritt er die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 71 Stundenkilometer. Die Anklageschrift fasst das als «vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit» zusammen. «Durch das bewusste massive Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit ging der Beschuldigte das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern ein.» Zu beschönigen gab es, da messtechnisch und fotografisch belegt, auch für den Verteidiger nichts. Und so kam der Fall im abgekürzten Verfahren vor das Bezirksgericht.

Noch wenig Erfahrung

Es war «die dümmste Aktion», die er jemals gemacht hat, räumte Roman vor dem Bezirksgericht Muri ein. Er hatte erst den Lernfahrausweis im Sack und sass nach eigenen Angaben das dritte oder vierte Mal auf seiner Maschine. Der junge Motorradfahrer akzeptierte Schuld und Strafe. Sein Verteidiger bemerkte, dass der «Raserartikel» heute noch kein Ermessensspielraum zulasse, wie er gegenwärtig für eine Gesetzesrevision diskutiert werde. Unter diesem Aspekt sei das Strafmass «knapp angemessen». Immerhin sei die Strasse im fraglichen Bereich trocken und übersichtlich gewesen. Neben der Busse von 2000 Franken muss Roman auch die Verfahrenskosten von total 2340 Franken bezahlen, sobald er dazu finanziell in der Lage ist. Ausserdem steht ihm der ganze, nicht ganz unerhebliche administrative Aufwand zur Wiedererlangung seines Lernfahrausweises bevor.

So schnell «geht einfach nicht»

Zu seinen Gunsten sprach, wie das Gericht anerkannte, dass Roman keine Vorstrafen hat und einen makellosen Leumund vorweisen kann. Es befand das vorgesetzte Strafmass als «durchaus angemessen», ebenso die Probezeit von zwei Jahren. «Es gibt keine Hinweise darauf, dass Sie ein notorischer Raser sind», sagte Gerichtspräsidentin Simone Baumgartner. «Es geht aber einfach nicht, dass man so schnell fährt.» Das Risiko für einen Unfall sei bei einem solchen Tempo «wirklich, wirklich sehr hoch». Sie zeigte auf, dass die jetzige Verurteilung, auch wenn sie im abgekürzten Verfahren erfolgen konnte, keine Sache ist, die man auf die leichte Schulter nehmen darf und dass die Folgen der Verfehlung bis hin zum Strafregistereintrag spürbar und wesentlich sein werden. Wer einmal mit seiner Maschine wirklich schnell fahren wolle, riet sie, der solle das doch auf einer Rennstrecke tun.

Die Polizeibilder vom Januar: