Serie

Lermoos in Tirol: Ferienparadies und Partnergemeinde von Wohlen

Lermoos erhielt nach dem Krieg materielle Hilfe aus Wohlen und ist heute ein Ferienparadies. Im dritten Teil unserer Serie stellen wir ihnen das Dorf im Tirol vor.

Als amerikanische Truppen im Kampf gegen das Dritte Reich 1945 durch Tirol marschierten, lagen anschliessend zwei von drei Ortsteilen der Gemeinde Lermoos in Trümmern. Das Dorf rief um Hilfe für den Wiederaufbau. Ein Ruf, der bis ins Freiamt vordrang und in Wohlen gehört wurde. «Chly Paris» übernahm 1946 eine Patenschaft für die kriegsversehrte Gemeinde am Fusse der Zugspitze.

«Wir sind Wohlen noch heute dankbar dafür, dass seine Einwohner uns damals mit materieller Hilfe unterstützt haben», sagt Bürgermeister Stefan Lagg, der 20 Jahre nach dieser Hilfsaktion zur Welt kam. «Wir haben damals viele Hilfsgüter geschenkt bekommen, vor allem dringend benötigte Werkzeuge», erzählt der engagierte Kommunalpolitiker, der auf der Liste «Lermoos für alle» 2010 zum Vizebürgermeister und vor zwei Jahren dann zum Bürgermeister gewählt wurde.

Viele Sehenswürdigkeiten

In der Zwischenzeit ist aus der bescheidenen Tiroler Landgemeinde im Bezirk Reutte ein beliebtes Feriendomizil geworden, in dem die Zahl der Gästebetten (4200) die Einwohnerzahl (1156) um ein Dreifaches übersteigt. «Heute haben wir keine Unterstützung mehr nötig», freut sich der Bürgermeister, der plötzlich zum klingenden Werbeprospekt wird, wenn man ihn nach den Vorzügen und Besonderheiten seiner Gemeinde fragt: «Wir haben hier Winter- und Sommertourismus mit Angeboten für die ganze Familie. Mit ‹Moosle›, unserem Maskottchen, können die Kinder den Zauberwald, den Klettergarten oder den Forscherpfad entdecken, und rundherum kann man biken, wandern, im Panoramabad schwimmen oder im Winter natürlich den Schneesport geniessen.»

Neben der Pfarrkirche zur hl. Katharina, einer der schönsten Barockkirchen Tirols, stehen im Bann der Gemeinde noch neun Kapellen und weitere denkmalgeschützte Gebäude wie etwa das Felsenheim oder der Dietrich’sche Ansitz.

Bald in Wohlen zu Besuch

Wanderfreunden ohne Höhenangst kann man im Rahmen des Programms «Burgenwelt Ehrenberg» einen Gang über die Highline 179 empfehlen. Mit 406 Metern ist das die weltlängste Fussgängerhängebrücke im Tibet-Stil, die in einer Höhe von 115 Metern die beiden Burgruinen Ehrenberg und Fort Claudia miteinander verbindet. Wer es dabei noch wagt, den Blick schweifen zu lassen, wird mit einem imposanten Panorama belohnt. Kein Wunder, dass die Gemeinderäte von Lermoos nur ungern ihr schönes Zuhause verlassen. Seit 2001 ist Wohlen nicht mehr Paten-, sondern offizielle Partnergemeinde von Lermoos. «Vor fünf Jahren waren wir das letzte Mal zu Besuch in Wohlen», erinnert sich Bürgermeister Lagg, «und vor drei Jahren war der Gemeinderat von Wohlen bei uns. Da fuhren wir zusammen auf die Zugspitze.» Den Namen des neuen Wohler Gemeindeammanns hat Lagg noch nicht gekannt, nimmt die Auskunft der AZ aber zum Anlass, seinem neuen Amtskollegen bald seine Aufwartung zu machen.

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