Wohlen
Legendäre Rhätische Bergbahn fährt im Kleinformat

Freiämter Eisenbahn Amateur Club präsentiert neu auch ein Teilstück der Rhätischen Bahn.

Jörg Baumann
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Der Glacier-Express gehört zu den Prunkstücken des Amateur Eisenbahn Clubs.

Der Glacier-Express gehört zu den Prunkstücken des Amateur Eisenbahn Clubs.

Jörg Baumann

Der Freiämter Eisenbahn Amateur Club (FEAC) Wohlen wartet am Tag der offenen Tür am Wochenende mit einer Neuheit auf: Klubmitglied Ernst Rosenberg und seine Frau Regina aus Nesselnbach bauten ein Teilstück der legendären Rhätischen Bahn nach. Mit über hundert Tunnels und an die 500 Brücken gehört die Bahn seit 2008 zum Unesco-Welterbe. «Wir sind grosse Fans der RhB. Auch unsere Hochzeitsreise haben wir mit dieser Bahn gemacht», sagt Ernst Rosenberg. Zusammen mit seiner Frau steckte er 400 Arbeitsstunden in das Bahnprojekt in Wohlen.

Der langsamste Schnellzug

Im Original ist die 1889 eröffnete meterspurige RhB die längste Gebirgsbahn der Schweiz und längst ein Publikumsmagnet für Schweizer und Ausländer Bahnliebhaber. Für die Modelleisenbahnanlage des FEAC in Wohlen beschränkte sich das Ehepaar Rosenberg auf einen kleinen, aber nicht minder eindrücklichen Ausschnitt von 40 Metern im Massstab 1:87. Aber auch im Modell kann man bewundern, wie der rote Glacier-Express und der blaue Arosa-Express die steile Bergstrecke hinaufklettern. «Die RhB ist für mich der langsamste Schnellzug der Welt», sagt Rosenberg schmunzelnd.

Beim Nachbau der RhB in Wohlen teilten sich Ernst und Regina Rosenberg die Arbeit auf. Während Ernst Rosenberg den Geleisebau übernahm, gestaltete Regina Rosenberg das Gelände. Die Steigungen und Kurvenradien mussten gegenüber dem Original angepasst werden, weil der Platz auf der Anlage in Wohlen beschränkt ist.

Statt einer Steigung von sieben Prozent überwindet die Modellbahn nun eine solche von etwa drei Prozent. Auf der Strecke in Wohlen befinden sich immerhin noch zwölf Weichen. Vier Kompositionen in Rot und Blau verkehren in der fiktiv nachempfundenen Berglandschaft.

Trotz Kündigung optimistisch

«Wir sind stolz auf unsere neue Bahn», sagt FEAC-Clubpräsident Armin Meier. Er darf zuversichtlich sein, dass die Neuheit zusätzlich Publikum an den Tag der offenen Tür am 16. und 17. September (10 bis 16 Uhr) ins Klubhaus in der Bleichi locken wird. Optimistisch blickt Meier auch in die Zukunft.

«Die Gemeinde hat den Pachtvertrag mit dem Klub zwar vorsorglich gekündigt, um alle Optionen bei der Planung der neuen Schulanlagen offenhalten zu können. Aber noch ist der Entscheid, ob auch auf dem Bleichiareal Schulbauten erstellt werden sollen, nicht gefällt. So lange glauben wir daran, dass unser Klub am heutigen Standort bleiben darf», sagt Meier.

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