Bettwil
Legendäre Motorradschmiede wechselt den Besitzer

Die Egli Motorradtechnik AG hat mit Alexander Frei einen neuen Besitzer. Mitarbeitende und Standort bleiben aber in Bettwil.

Eddy Schambron
Merken
Drucken
Teilen
Alexander Frei (links) übernimmt von Fritz W. Egli die Egli Motorradtechnik AG. zvg

Alexander Frei (links) übernimmt von Fritz W. Egli die Egli Motorradtechnik AG. zvg

zvg

Fritz W. Egli hat seine Firma Egli Motorradtechnik AG an Alexander Frei, Mikroingenieur HTL und Miteigentümer des Familienunternehmens Frei Acquaservice AG, Aesch BL, übergeben. Frei hat das Unternehmen rückwirkend per 1. Januar übernommen. Egli, inzwischen 77-jährig, wird der Firma weiterhin als technischer Berater zur Seite stehen.

Alexander Frei ist mit seiner Frei Aquaservice AG im Bereich der Wasseraufbereitung tätig. Von 1980 bis 1990 war er in leitender Position für eine internationale Gruppe tätig, unter anderem als Leiter Forschung und Entwicklung mit Projekten in der Medizinaltechnik, Metallurgie und Uhrentechnik, als Direktor, Mitglied- und später Präsident des Verwaltungsrates. Früher war Frei auch einige Jahre im internationalen Automobilrennsport als Fahrer aktiv. «Selbstverständlich habe ich seit meiner Jugendzeit Freude an Motorrädern», erklärt er. Frei ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Söhne. Der ältere engagiert sich ebenfalls im Motorradbereich.

Anspruch bleibt

«Es war mir ein Anliegen, für die Firma und die Mitarbeiter eine zukunftsgerichtete Lösung zu finden», hält Egli über 40 Jahre nach der Gründung seines Unternehmens fest. Die Firma soll in allen Tätigkeitsbereichen auch in Zukunft ganz im Sinn von ihm weitergeführt und ausgebaut werden. Grundstein für Eglis Motorradwerkstatt und seine spätere Berühmtheit in Motorradfahrerkreisen waren Bergrennen.

Der junge Fritz W. Egli hatte mit seiner Vincent zwar ein sehr starkes Motorrad zur Verfügung, aber gleichzeitig ein Fahrwerk, das mit der Leistung nicht mithalten konnte. Also baute er ein neues Fahrwerk selber. 1968 wurde er damit Schweizer Meister, andere Titel kamen hinzu. Diese Auseinandersetzung mit der Kunst des Fahrwerkbaus Mitte der Sechzigerjahre brachte schliesslich den Schweizer Konstrukteur zu weltweiter Berühmtheit.

Egli-Motorräder sorgten nicht nur auf der Rennstrecke für Aufsehen, auch auf der Strasse optimierten die Fahrwerke die mit Fahrwerksschwächen behafteten japanischen Maschinen. In den 70er- und 80er-Jahren verliessen in den Spitzenzeiten bis zu 200 Einheiten jährlich den Betrieb. Nachdem die Motorradhersteller selber tadellose Fahrwerke liefern konnten, verlagerte sich Egli einerseits auf den Import der ungedrosselten Yamaha-V-Max aus den USA und andererseits auf Nischenmarken wie Royal Enfield aus Indien, Chang-Jiang aus China, MZ aus der DDR sowie Sherco und Rieju aus Spanien.

Die Egli Motorradtechnik AG importiert auch die Norton Commando 961. Zuletzt sorgte Egli 2009 auf dem Salzsee von Bonneville in der Kategorie Seitenwagen mit einem Geschwindigkeits-Weltrekord für Aufsehen.