Niederwil
Lebensraum für Büffel und Frösche

Das «Märimoos» in Niederwil wird heute intensiv landwirtschaftlich genutzt. Jetzt soll im Gebiet ein neues Flachmoor mit fünf Tümpeln entstehen.

Fabienne Seiler
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Das «Märimoos» in Niederwil wird heute intensiv landwirtschaftlich genutzt. Das wäre in den letzten Jahrzehnten ohne Drainageanlage jedoch nicht möglich gewesen. Früher war das «Märimoos» ein Moorgebiet. Dieser natürliche Zustand soll jetzt wieder hergestellt werden.

Im Auftrag der Naturschutzorganisation Pro Natura Aargau hat die Creanatira GmbH aus Untersiggen-thal ein Baugesuch eingereicht. Dieses sieht vor, die landwirtschaftliche Entwässerungsanlage auf dem Gebiet «Märimoos» stillzulegen und darauf fünf Tümpel zu bauen. «Mit der Kappung der Anlage wird der Grundwasserspiegel stark ansteigen. Die daraus resultierende natürliche Bodenvernässung lässt ein Flachmoor und somit einen neuen Lebensraum für den Laubfrosch entstehen», erklärt Ulysses Witzig, Geschäftsführer der Creanatira in Untersiggenthal.

Die benötigte Fläche ist für die nächsten zwölf Jahre durch einen Pachtvertrag gesichert. Für die künftige landwirtschaftliche Bewirtschaftung des «Märimoos» werden Wasserbüffel eingesetzt.

Neue Laichmöglichkeiten

Weil die Laubfroschbestände im Aargau alarmierend zurückgegangen waren, wurde Ende der Achtzigerjahre das Laubfroschprojekt der Pro Natura Aargau in die Wege geleitet. Seither wurden Laubfrosch-Standorte geschützt, Lebensräume vernetzt und teilweise neu geschaffen. «Das ‹Märimoos› ist im Landwirtschaftsentwicklungsplan (LEP) bis jetzt als Vernetzungsachse aufgeführt. Im anliegenden Wald sind ausserdem verschiedene Stellen vermerkt, die von Amphibien aufgesucht werden», erklärt Witzig. Durch den Bau der fünf Tümpel würden Laichmöglichkeiten und somit ein «Sourcestandort» entstehen. Witzig ist zuversichtlich, dass sich eine Amphibienpopulation von nationaler Bedeutung bilden könne. «Stand der Laubfrosch in den Achtzigerjahren noch kurz vor dem Aussterben, breitet er sich heute sogar wieder aus» sagt Witzig. Es sei jedoch wichtig, dass auch in Zukunft weitere Lebensräume geschaffen würden. Denn wo Laubfrösche seien, gebe es noch viele andere wertvolle Lebewesen und Pflanzen. Die Tümpel seien insofern notwendig, als sie für die Wasserbüffel wichtige Suhl- und Bademöglichkeiten darstellen. Dies werde auch von der Tierschutzverordnung verlangt, sagt Witzig.

Zurück zur Natur

Wird das Projekt umgesetzt, wird zuerst der Sammelschacht der Drainagen mit Lehm verstopft. Darauf werden im vernässten Bereich fünf 150m2 grosse und ein Meter tiefe Tümpel angelegt. Dafür werde laut Witzig weder eine künstliche Abdichtung noch eine Folie nötig sein. Es handle sich im Gebiet «Märimoos» gemäss Bodenkartierung um Gleye, einen für Moore typischen, lehmhaltigen Boden. Deshalb sei mit einem hohen Grundwasserstand zu rechnen und es werde eine natürliche Staunässe geben. Zusätzlich ist am östlichen Ende des Gebietes ein Entwässerungsgraben vorgesehen, um den Ortsbürgerwald vor Wasserströmen zu schützen. Sowohl die Gas- als auch die Wasserleitung würden laut Witzig nicht tangiert.

Das ganze Projekt kostet voraussichtlich rund 10000 Franken. Dieser Betrag wurde vom Kanton Aargau bereits zugesichert. «Wenn keine Einsprachen eintreffen, werden wir noch diesen Frühling mit den Arbeiten beginnen», sagt Witzig.