Wohlen
Lärmemissionen: Über 100 Beschwerden gegen Festival Zamba Loca

Viele Leute ärgerten sich über die Lautstärke am Open Air Zamba Loca. Nun folgt die Anzeige.

Timea Hunkeler
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Zamba Loca Open air

Zamba Loca Open air

Timea Hunkeler

Sieben Jahre lang konnte das Open Air Zamba Loca positive Bilanz ziehen. Zum ersten Mal sorgte die Musik am vergangenen Wochenende nun aber bei den Leuten in der Region für Unmut. Es soll bis spät in die Nacht «uhuere bollet» haben, wie eine Nutzerin in einem Kommentar auf Facebook schreibt.

Dies bestätigt Marco Veil, Chef Regionalpolizei (Repol) Wohlen: «Tatsächlich sind bei uns über 100 Beschwerden eingegangen. Diese betreffen vor allem die Nacht von Freitag auf Samstag und kamen überwiegend aus der Region Mutschellen. Die Leute haben sich beschwert, dass auch noch um 4.30 Uhr Musik lief.» Aus Wohlen seien bisher keine Meldungen eingegangen. «Nachdem wir auf dem Platz erschienen sind, haben wir eine Dezibelmessung durchgeführt. Diese zeigte jedoch keine Überschreitung an. Lediglich gegen die zeitliche Auflage, wonach die Musik um 4 Uhr hätte ausgeschaltet werden müssen, liegt ein Verstoss vor. Dieser wurde nun zur Anzeige gebracht.»

Screenshot Facebook

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AZ

Die Kantonspolizei (Kapo) Aargau verzeichnete schätzungsweise 50 Meldungen, wie Kapo-Sprecher Bernhard Graser gegenüber der AZ sagt. «Überraschenderweise stammen die Meldungen aus dem Reusstal und nicht aus Wohlen. Da wir jedoch in diesem Fall nicht dafür zuständig sind, haben wir die Anfragen an die Regionalpolizei weitergeleitet.»

Bei der Repol Bremgarten sind ebenfalls mehrere Meldungen, vorwiegend aus dem Raum Mutschellen, Eggenwil und Bremgarten, eingegangen. Werner Jappert, stellvertretender Chef Regionalpolizei Bremgarten, erklärt: «Die Meldungen betrafen die Lautstärke der Musik und des Basses. Viele Leute wussten nicht, woher dieser Lärm kam.» Weshalb die Region Mutschellen besonders von den Lärmemissionen betroffen war, habe wahrscheinlich am neuen, leicht erhöht gelegenen Standort des Open Airs und an den Wetterbedingungen gelegen. «Vielleicht hatte der Wind etwas damit zu tun», mutmassen Veil und Jappert.

«Es tut uns leid»

Lukas Renckly, Presseverantwortlicher und OK-Mitglied des Zamba Loca, ist erstaunt über die eingegangen Beschwerden. Am Sonntagmorgen nach dem Open Air habe er vereinzelt E-Mails erhalten. «Aber noch nie gab es so viele Meldungen.» Auch er glaubt, dass der Schall mit dem Wetter in Verbindung steht. «Die Musik war in diesem Jahr nicht lauter als sonst.»

Beim Verstoss gegen die zeitliche Auflage handle es sich um eine minimale Überschreitung. «Der DJ durfte das letzte Lied noch fertig spielen, da wir kein abruptes Ende wollten. Es waren jedoch nur etwa 15 Minuten, die wir überzogen. Künftig werden wir uns daran halten und im nächsten Jahr die Beschallung beispielsweise mit Strohballen eindämmen», beteuert Renckly. «Es tut uns leid, dass wir so viele Leute verärgert haben. Es ist uns schliesslich ein Anliegen, dass die Leute aus der Region das Festival wertschätzen und sich nicht daran stören.»