Auf ihrer allerletzten Diensttour wurde Celia Jakopitsch nobel chauffiert. In einem Oldtimer fuhr Werner Meier die Spitex-Pflegefachfrau zu ihren Klienten und anschliessend zum Bremgarter Einkaufszentrum Sunnemärt, wo sie ein grösserer Bahnhof erwartete. Mehrere Dutzend Leute nahmen persönlich Abschied von der gleichermassen bekannten wie beliebten Bremgarter Spitex-Frau, der Requiemchor sang einige Lieder, darunter muntere, Spitex-Mitarbeitende offerierten Tee und Snacks.

«Leidenschaftlich gerne»

Sind Sie erleichtert, nach 45 Jahren an der Front in den Ruhestand treten zu können? «Nein, nicht erleichtert», sagte Celia Jakopitsch, «aber zufrieden und sehr dankbar». Sie habe ihren Beruf leidenschaftlich gerne ausgeübt und dabei mehrere hundert Leute betreuen, teils auch begleiten dürfen. Den täglichen Kontakt zu ihren Klientinnen und Klienten werde sie in den nächsten Wochen sicher vermissen. «Langweilig wird es mir aber ganz bestimmt nie», fügte die Bremgarterin lächelnd hinzu. Sie verwies auf den grossen Bekanntenkreis, aufs Mitmachen im Bremgarter Kirchenchor und Samariterverein, auf ihre zwei erwachsenen Kinder Cathrin und Marco.

Celia Jakopitschs Fürsorglichkeit und Herzlichkeit trugen ihr im Volksmund den Beinamen «die Gütige» ein und später, im fortgeschrittenen Alter, die liebevolle Bezeichnung «s Müeti». Wo man sich auch umhört, alle schwärmen von ihrer Persönlichkeit, Zuverlässigkeit und positiven Ausstrahlung.

Junge Urner Zuzügerin

Celia Jakopitsch steht stellvertretend für die Geschichte und Entwicklung der Spitex Region Bremgarten, Eggenwil, Zufikon. 1970 begann Celia Valsecchi, wie sie einst hiess, als 21-jährige Gemeindeschwester beim damaligen Ortskrankenpflegeverein Bremgarten und Umgebung zu arbeiten. Beim Stellenantritt hatte die junge, aus dem Kanton Uri zugezogene Frau versprechen müssen, mindestens fünf Jahre zu bleiben. Sie ahnte nicht, dass Bremgarten zu ihrem Lebensmittelpunkt werden und sie hier später mit Partner Franz Jakopitsch zwei Kinder aufziehen würde.

In den 1970er-Jahren gehörten der kleinen Bremgarter Pflege- und Betreuungsgruppe lediglich vier Personen an: zwei Ingenbohler Ordensschwester, der Arzt Franz von Streng und eben Celia Jakopitsch. «Es ging damals gemächlicher zu, viel weniger hektisch als heute», erzählte Celia Jakopitsch. Sie und die zwei Ordensfrauen nutzten diese alten Zeiten hin und wieder für zusätzliche Arbeiten bei den Betreuten, indem sie deren Hausarbeiten verrichteten oder Einkäufe erledigten.

Spezielles Ereignis im Juni

Ein wenig stolz sei sie schon auch, sagte Celia Jakopitsch abschliessend, und zwar stolz darauf, die für sie sehr schwierige Herausforderung «Computerei» gemeistert zu haben. Auch dank dem Spitex-Team habe sie sich die technischen Kenntnisse aneignen können, ohne die man auch bei der Pflege und Betreuung nicht mehr auskomme.

Mit dem Tod des Ehemanns vor drei Jahren erlitt die Bremgarterin einen schweren Schicksalsschlag. Jetzt freut sie sich auf ein spezielles Ereignis: Im Juni wird sie erstmals Grossmutter.