Muri

Langsamverkehr: Ab 2018 nur noch mit Tempo 30 durchs Klosterdorf – wenn Volk das Budget annimmt

Yvonne Leuppi, Milly Stöckli und Erich Probst (von links) erklären am Ortsplan, wo ab 2018 nur noch 30 und wo 50 kmh erlaubt sein sollen.

Yvonne Leuppi, Milly Stöckli und Erich Probst (von links) erklären am Ortsplan, wo ab 2018 nur noch 30 und wo 50 kmh erlaubt sein sollen.

Ab 2018 soll ganz Muri zur 30er-Zone werden – einzig Kantons-, Ausfahrts- und Industriestrassen bleiben bei Tempo 50. Das hat der Gemeinderat am Donnerstagmorgen nach dreijähriger Testphase bekanntgegeben.

Was im benachbarten Ausland gang und gäbe ist, was in kleineren Dörfern und Quartierstrassen der Schweiz nun auch zur gängigen Praxis gehört, was vor zehn Jahren in Muri heiss und äusserst kontrovers diskutiert und schliesslich abgelehnt wurde, das soll im kommenden Jahr umgesetzt werden: Tempo 30 innerhalb des Baugebietes.

Am Donnerstag informierte der Gemeinderat Muri über das Ergebnis der intensiven Beratungen und Kommissionsarbeiten der vergangenen drei Jahre. Seit dem Frühsommer 2014 fliesst der Verkehr in den Dorfteilen Süd (Kirchbühl-/Badweiherstrasse) und West (Heidegg-, Singisen- und Marktstrasse) versuchsweise mit 30 km/h.

«Die Erfolgskontrolle nach der zweijährigen Versuchsphase war durchweg positiv», erklärte Gemeinderätin Milly Stöckli an der Pressekonferenz, «darum waren wir der Meinung, dass man nun eine mögliche Umsetzung im gesamten Gemeindegebiet weiterverfolgen könnte.»

Ausserdem seien Anträge mit Unterschriftensammlungen für Tempo-30-Zonen aus dem Gebiet Rösslimatt und Steinenbergstrasse eingegangen, welche ebenfalls gezeigt hätten, dass das Bedürfnis nach einer Verkehrsberuhigung in den Wohnquartieren gestiegen sei.

Breite Abstützung des Vorschlags

So hat der Gemeinderat eine eigene Kommission ins Leben gerufen, die Kommission Energie, Umwelt und Mobilität (EMU), welche zusammen mit Verkehrs- und Sicherheitsexperten die Machbarkeit sowie Vor- und Nachteile von Tempo-30-Zonen im gesamten Gemeindegebiet überprüft und beurteilt haben. Um den Entscheid möglichst breit abzustützen, wurde ein Workshop mit rund 50 Teilnehmern durchgeführt. Darin kam man überein, dass ein flächendeckendes Tempo-30-Konzept einem ausgewählten vorzuziehen sei.

Gemeinderätin Yvonne Leuppi berichtete aus ihrer Arbeit in der Gruppe Schulwegsicherung: «Die Sicherheit auf dem Schulweg ist für die Eltern ein zentrales Anliegen. Auf den Strassen gilt: Besondere Benutzergruppen benötigen besonderen Schutz.» Wenn die Kinder einen sichereren Weg hätten, würden auch die Elterntaxis weniger in Anspruch genommen, so Leuppi weiter.

Ausgenommen von der Tempolimite 30 sollen die Strassen im Industriegebiet sowie das gesamte Kantonsstrassennetz sein. Auf den drei Ein- respektive Ausfahrtsstrassen innerhalb des Baugebiets darf auch zukünftig mit 50 km/h gefahren werden. Das sind die Grindelstrasse, die Spitalstrasse/Nordklosterrainstrasse und die Strecke Bach-/Aettenberg-/Gammerstallstrasse.

Budgetposten bestimmt Annahme

Bei der Diskussion um die generelle oder ausgewählte Einführung von 30er-Zonen im Wohngebiet sei natürlich auch die finanzielle Frage erörtert worden, sagte Milly Stöckli. «Budgetiert sind 162 000 Franken für ausgewählte Zonen. Die flächendeckende Variante ist nur unwesentlich günstiger.» Bauliche Massnahmen sind für die Umsetzung nicht erforderlich.

Wenn das Stimmvolk an der Wintergemeindeversammlung diesen Budgetposten gutheisst, dann steht der Umsetzung des Tempo-30-Projekts nichts mehr im Wege. «Wenn jemand über jede einzelne Strasse abstimmen will», ergänzte Gemeindeschreiber Erich Probst, «dann muss er diesen Budgetposten zurückweisen und die Vorlage als Einzelgeschäft beantragen.»

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