Niederwil

Langeweile im Altersheim: Die Angestellten im Reusspark sind auch zwischenmenschlich gefordert

Was hilft bei Langeweile im Altersheim? Das lassen sich die Angestellten in Niederwil einfallen

Was hilft bei Langeweile im Altersheim? Das lassen sich die Angestellten in Niederwil einfallen

In den meisten Altersheimen sind Besuche nicht mehr gestattet. Auch im Altersheim Reusspark in Niederwil sind wegen des Coronavirus keine Besucherinnen und Besucher zugelassen. Das Pflegepersonal setzt sich für Abwechslung im Heim ein.

In den meisten Altersheimen sind Besuche nicht mehr gestattet. Auch im Altersheim Reusspark in Niederwil sind wegen des Coronavirus keine Besucherinnen und Besucher zugelassen. Das Pflegepersonal setzt sich für Abwechslung im Heim ein.

Wie viele andere Einrichtungen in der ganzen Schweiz ist auch das Alters- und Pflegeheim Reusspark in Niederwil abgeriegelt. Zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner sind keine Besuche mehr gestattet.

Die Zugangskontrolle übernimmt derzeit Bea Studinger, die eigentlich als Service-Mitarbeiterin im mittlerweile geschlossenen Restaurant angestellt ist. Sie kann ihrer spontanen Umschulung zur Türsteherin jedoch Positives abgewinnen. «Bevor ich nur zuhause sitze, kann ich so etwas Sinnvolles machen», sagt sie zum Regionalsender Tele M1.

Die 88-jährige Bewohnerin Gertrud Fäs bedauert zwar, keinen Besuch mehr zu erhalten, zeigt jedoch Verständnis: «Wir können unser Leben nicht einfach so leben, wie wir wollen.» Die Massnahmen des Bundesrates und der Pflegeleitung bedeuteten schliesslich, dass für sie gesorgt werde. 

Zwischenmenschlicher Kontakt und Spass wird immer wichtiger

Mit wenigen Ausnahmen, könnten auch die meisten Angehörigen das Besuchsverbot nachvollziehen, sagt der Direktor des Reussparks, Thomas Peterhans, gegenüber Tele M1. Bei Reklamationen müsse er einfach erklären, dass bis auf Weiteres die gesamte Bevölkerung mit Einschränkungen leben müsse. Es sei das Recht der Senioren, beschützt zu werden. 

Für Hedy Hollinger, Leiterin Aktivierung, werde darum der zwischenmenschliche Kontakt und auch der Spass immer wichtiger. «Das gehört zu den Menschenrechten, dass sie Abwechslung haben», sagte sie.

Man setze alles daran, dass Bewohner nicht vereinsamen. Dazu brauche es auch mehr Personaleinsatz im Bereich der Aktivierung, beispielsweise durch Erhöhung der Stellenprozente. Der Aufgabenbereich der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege habe sich zudem in den letzten Wochen verändert: Sie müssen nun die fehlenden sozialen Kontakte ausserhalb des Pflegeheims kompensieren. (phh)

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