Buttwil

Langer Kampf für Schafe zahlt sich endlich aus

Robert Strebel mit seinem Lieblingsschaf Amediesli.

Robert Strebel mit seinem Lieblingsschaf Amediesli.

Seit zwei Jahren setzt sich Robert Strebel gegen die Schafkrankheit Entropium ein. Jetzt hilft ihm die Universität des Kantons Bern.

Seit Montag kann sich Robert Strebel, der leidenschaftliche Schafzüchter aus Buttwil, endlich wieder freuen. Und zwar gleich aus zwei Gründen, die aber beide mit der Schaf-Augenkrankheit Entropium zu tun haben: Zwei Universitäten – eine im Ausland, die andere in der Schweiz – wollen sich mit der schmerzhaften Erbkrankheit, der Strebel vor zwei Jahren den Kampf angesagt hat, auseinandersetzen.

Zuchtverband setzt sich ein

«Am Anfang fanden alle, ich mache aus einer Mücke einen Elefanten und die Krankheit sei gar nicht so schlimm», erinnert sich Strebel. «Jetzt haben aber Kantonstierärzte, der Schweizerische Schafzuchtverband und die Uni Bern eingesehen, dass Entropium eine ernst zu nehmende Erbkrankheit ist.»

Der Schweizerische Schafzuchtverband hat auf die hartnäckigen Briefe, die Strebel immer wieder neu verfasste, in der vergangenen Woche konstruktiv reagiert. «Auf sämtlichen interkantonalen Ausstellungsmärkten im Herbst 2010 hatten die Experten die Aufgabe, speziell auf das Auge zu schauen und auffällige Tiere zu notieren», schreibt der Verband. Dabei seien bereits vier Tiere mit Anzeichen der Erkrankung ausgesondert worden. «Das ist schon ein sehr grosser Fortschritt», freut sich Strebel.

Studenten gesucht

Noch grösser sind aber die Anstrengungen, die der Verband weiter geplant hat. Gemeinsam mit der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft und der Vetsuisse-Fakultät der Uni Bern sucht er nach Studenten, die sich des Themas Entropium im Rahmen einer Studienarbeit annehmen würden. «Das ist wunderbar», so Strebel. Etwas Bedenken bleibt ihm dennoch: «Die Schafzüchter müssen die Studenten freiwillig mit ihren Tieren arbeiten lassen. Einer, der weiss, dass seine Tiere an der Krankheit leiden, wird dem vermutlich nicht zustimmen.» Dennoch hofft Strebel auf eine aussagekräftige Arbeit.

Weiter sollen «visuelle Untersuchungen in Schafbeständen in der Ablammsaison mit gleichzeitiger Blutentnahme» stattfinden. Und nicht zuletzt will der Verband in Delegiertenversammlungen, Kursen und Schauen verstärkt auf die Krankheit hinweisen. Denn er könne nur an die Züchter appellieren, «aber die Verantwortung trägt der Schafzüchter selbst», heisst es im Schreiben.

Studien im Ausland

Unabhängig von diesen Projekten unterstützt die Uni Bern zusätzlich eine Forschungsarbeit aus dem Ausland, welche sich auf das defekte Gen, welches das nach innen gerichtete Augenlid hervorruft, konzen-triert. Zu diesem Zweck hat Strebel bereits Blut seiner erkrankten Schafe eingesandt. Er ist zuversichtlich, dass schon bald Wege aufgezeigt werden können, um die Krankheit einzudämmen.

Robert Strebel ist froh über all diese Fortschritte. Ihm ist es wichtig, die Schafzüchter zu sensibilisieren. «Wenn lediglich die Schafe, bei denen die Krankheit sichtbar ist, aus der Zucht genommen werden, haben wir schon viel erreicht», sagt er. Entropium wird jedoch rezessiv vererbt, also können Zuchtschafe Träger sein, ohne dass sie ausbricht. Auch diesbezüglich wartet Strebel nun auf den Befund der Universitäten.

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