Bünzen
Landi Freiamt setzt auf Verkauf von Elektromobilen und Solaranlagen

Mit neuen Geschäftsfeldern will die Genossenschaft Landi Freiamt in der Zukunft weiterwachsen. Kunden sollen bei der Landi Photovoltaikanlagen aus einer Hand erhalten. Zudem startete bereits der Verkauf von Elektromobilen.

Eddy Schambron
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Bruno Frey, Ladenleiter Landi Freiamt in Muri, führt eines der neuen Elektromobile im Fahrzeugsortiment vor.

Bruno Frey, Ladenleiter Landi Freiamt in Muri, führt eines der neuen Elektromobile im Fahrzeugsortiment vor.

Eddy Schambron

Die Landi Freiamt verkauft neu zwei Elektromobile und will überhaupt in die Alternativenergie investieren: Solaranlagen sollen als neues Geschäftsfeld etabliert werden. «Wir wollen vorne mit dabei sein», erklärt Andreas Schüpbach, Präsident der Landi Freiamt. Deshalb engagiert sich die Genossenschaft in neuen Bereichen, etwa mit zwei Fahrzeugen in der Elektromobilität oder im Bau von Solaranlagen.

Für die Muttergesellschaft Fenaco, welche mit dem Unternehmen «Solvatec» Solarkompetenz erworben hat, ist die Landi Freiamt eine von drei Pilotgenossenschaften in der Schweiz. «In erster Linie wollen wir die Landwirtschaft und private Interessenten ansprechen», sagt Daniel Appert, Mitglied der Geschäftsleitung. Der Kunde erhielte die Photovoltaikanlage aus einer Hand, die Landi will aber mit örtlichen Dachdeckern und Elektrounternehmen zusammenarbeiten.

Nur der Energieabsatz nahm ab

Als «nicht spektakulär, aber solide» bezeichnete Daniel Urech, Mitglied der Geschäftsleitung, das Ergebnis des Geschäftsjahres 2014 der Landi Freiamt. Die Bilanzsumme wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Mio. auf 34,3 Mio. Franken, der Eigenkapitalanteil von 50,3 auf 53,6 Prozent. Investiert wurden im 2014 brutto 2,1 Mio. Franken.

Der Warenverkauf war mit 83,9 Mio. Franken geringfügig kleiner als 2013, der Bruttogewinn mit 13,4 Mio. Franken praktisch gleich. Der handelsrechtliche Gewinn liegt wie im Vorjahr bei 2,4 Mio. Franken. Der Detailhandel ist mit 62 Prozent und knapp 53 Mio. Franken der grösste Geschäftsbereich, gefolgt von 22 Prozent (18,4 Mio. Franken) von der Energie und 15 Prozent (12,6 Mio. Franken) von Agro-Bereich. Während etwa bei Haushalt- und Motorgeräten ein starkes Wachstum verzeichnet wurde, konnten beim Verkauf von Heizöl die Mengen von 2013 nicht ganz erreicht werden, denn vor der CO2-Erhöhung auf den 1. Januar 2014 haben viele Kunden ihre Tanks noch gefüllt.

Zugelegt hat auch der Personalbestand. 2014 arbeiteten bei der Landi Freiamt 203 Personen mit, 9 mehr als im Vorjahr. Sie belegten umgerechnet 121 Vollzeitstellen. (es)

Bereits erfolgreich hat der Verkauf von zwei Elektromobilen begonnen, die vor allem für ältere Semester oder für Gehbehinderte interessant sind. «Das Marktpotenzial für Elektromobile ist relativ hoch», ist Appert überzeugt, «jede fünfte Person in der Schweiz ist heute über 65 Jahre alt.» Die Landi Freiamt habe mit den Fahrzeugen Topprodukte zu einem sehr attraktiven Preis im Angebot. Appert glaubt, dass damit ein ähnlicher Erfolg erreicht wird wie mit den Tell-Rollern, die regelmässig an der Spitze der Schweizer Verkaufsrangliste stehen.

Umsatz verdoppelt

Gut unterwegs ist die Landi Freiamt sowohl im Agro-Bereich als auch mit den Volg-Läden. «Die Verlegung des Standortes in Dietwil an die Hauptstrasse brachte nicht nur eine Verdoppelung des Umsatzes, sondern auch der Kundenzahl», freut sich Daniel Strebel, Mitglied der Geschäftsleitung. Das zeige, wie wichtig der richtige Standort sei. Umgekehrt bricht der Umsatz ein, wenn beispielsweise an der Strasse vor dem Laden gebaut wird. Die Landi Freiamt musste dies 2014 in Auw und Waltenschwil in Kauf nehmen. Sie betrieb neben dem Agro- und Verwaltungszentrum in Bünzen 17 Volg-Läden, sechs davon mit integrierten Postagenturen, den Agrola-Top-Shop in Muri, vier Tankstellen und drei Landi-Läden.

Schwieriges Bauen im Ortskern

Für die Zukunft hat die Landi Freiamt zeitlich unterschiedlich positionierte Vorhaben: Bald soll mit einem Gebäudeabriss in Jonen Platz für den Neubau des Volg-Ladens und für Wohnungen geschaffen werden. Ziel ist es, im Frühling 2017 den neuen Laden beziehen und die Wohnungen vermieten zu können. Einen etwas weiteren Zeithorizont hat der geplante Neubau im Zentrum von Merenschwand. Dort müssen zuerst eine Änderung des Zonenplans und der Gestaltungsplan über die Bühne. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass ein Ladenstandort im Zentrum einer Gemeinde zwar attraktiv, die Realisierung von Neubauten aber nicht einfach ist. «Man reden von verdichtetem Bauen. Es gibt aber Leute und Gremien, die sind Lichtjahre von der aktuellen Raumplanung entfernt», stellt Schüpbach trocken fest.

An der Generalversammlung wurden Daniel Strebel, Mitglied Geschäftsleitung, für 30 Jahre, Irene Wirz, Volg Jonen, für 25 Jahre und die Bereichsleiter Agro, Adrian König, und Läden, Roman Villiger, für 20 Jahre geehrt. Franz Hagenbuch, Rottenschwil, und Geri Busslinger, Melligen, waren als Mitglieder der Verwaltung zurückgetreten. Für sie kommen neu Stefan Lüthy, Rudolfstetten, und Thomas Isler, Wohlen, in die Verwaltung. Die bisherigen Mitglieder mit Präsident Andreas Schüpbach wurden bestätigt.

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