Die Landi Freiamt hat im vergangenen Jahr gut gearbeitet: Der Warenverkauf stieg um 3,9 Prozent auf 84,8 Mio. Franken, der Gewinn beträgt 2,4 Mio. oder 200 000 Franken mehr als im Vorjahr. «Das haben wir vor einem Jahr so nicht erwartet», sagt Präsident Andreas Schüpbach, Kallern. «Alle Geschäftsbereiche sind gut gelaufen.»

Das beflügelt die Landi Freiamt, die nicht stehen bleiben will: In Dietwil wird Anfang Juni der neue Laden eröffnet, für deren Einrichtung die Generalversammlung ein Kredit von 455 000 Franken gesprochen hat. Zudem gab es einen Kredit von 265 000 Franken für die Fortführung der Planung beim beabsichtigten Neubauprojekt in Jonen. Schliesslich wird die Realisierung eines Neubaus in Merenschwand verfolgt, was aber erst ab 2015 wirklich spruchreif werden dürfte.

Erfolgreich mit Volg-Läden

Obwohl der Agrobereich nicht den hauptsächlichen Umsatz bringt, gilt er als Grundauftrag und Hauptaufgabe der Landi Freiamt. «Wir wollen für die Landwirtschaft und den Profi-Gartenbau als Komplettanbieter auftreten», unterstreicht Daniel Strebel, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Gutes Geld macht die Genossenschaft mit den 622 Mitgliedern auch in den 17 Volg-Verkaufsstellen in den Bezirken Muri, Bremgarten und Baden, in den drei Landi-Läden in Muri, Oberrohrdorf und Widen, im Topshop mit Tankstelle in Muri sowie drei weiteren Tankstellen und im Heizöl- und Dieselhandel. «Wir sind auf gleich gross gebliebener Fläche gewachsen», freut sich Strebel. Konkret: Im Landi-Laden in Widen stieg der Umsatz beispielsweise um 18 Prozent und die Kundenzahl um 17 Prozent. Bei den Volg-Läden geht zudem die Strategie auf, schnelles und nahes Einkaufen zu ermöglichen. Standorte an Durchgangsstrassen kommen zudem den Pendlern entgegen. Der Detailhandel macht heute 62 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Schliesslich ist die zunehmende Integration des Postgeschäfts in den Volg ein Vorteil, wie Daniel Appert, Mitglied der Geschäftsleitung, ausführt. Stabil sind die Einkünfte aus den Immobilien.

Die Landi Freiamt ist ein bedeutender Arbeitgeber. Knapp 200 Mitarbeitende teilen sich 117 Vollzeitstellen. «Im Kader haben wir eine Frauenquote von 70 Prozent», stellt Daniel Urech, Mitglied der Geschäftsleitung, fest. Es werden 23 Lernende ausgebildet. Insgesamt beziffert sich der Personalaufwand des Unternehmens auf 7,5 Mio. Franken.

Neuer Laden in Dietwil

Viel verspricht sich die Geschäftsleitung vom neuen Volg-Laden in Dietwil, der am 4. Juni eröffnet wird. Er befindet sich an der Kantonsstrasse, anstelle der früheren Käserei. Der bisherige Laden, 1995 eingeführt, wurde als zu wenig zukunftsträchtig beurteilt. «Die Lage ist schlecht, und der Laden hat nur wenige und schlecht zugängliche Kundenparkplätze», erklärt Strebel. Mit dem neuen Laden rechnet er in absehbarer Zeit mit einer Verdoppelung des Umsatzes von bisher 850 000 Franken.

Joner Detailprojekt im Herbst

Im Dorfkern von Jonen soll ebenfalls ein neuer Laden entstehen. Im April 2013 wurde dafür ein Planungskredit bis Baubewilligung von 215 000 Franken genehmigt. Ende Jahr konnte aus einem Wettbewerb das Siegerprojekt erkoren werden, welches nun zur Baureife entwickelt wird. Dafür hat die Generalversammlung einen fortführenden Planungskredit von 265 000 Franken gutgeheissen. Das Detailprojekt wird voraussichtlich im Herbst vorgestellt und einer ausserordentlichen Generalversammlung zur Genehmigung unterbreitet.

Spezielle Lage in Merenschwand

Sehr komplex und speziell präsentiert sich die Situation mit dem Volg auch an der Zürichstrasse in Merenschwand. Die Lage mit Kreiselneubau, Schulareal, Bushaltestelle, kantonaler Radroute, Tankstelle und Volg bewog die Projektgruppe, den Blickwinkel zu erweitern. Der Perimeter soll die städtebaulichen Überlegungen der Zentrumsplanung der Gemeinde Merenschwand und die Weiterentwicklung des Gemeindeareals aufzeigen und beides aufeinander abstimmen. Das Projekt wird innerhalb eines Gestaltungsplans weiterentwickelt. Das alles hat seinen Preis, wie Schüpbach ausführte: «Bevor wir überhaupt eine Baubewilligung haben, ist eine halbe Million Franken verbraucht.»