Geschäftsbericht

Landi Freiamt erzielt mehr Umsatz und sammelt erste Erfahrungen mit Hanfanbau

Vor einem Jahr ohne Distanz: Andreas Schüpbach, Präsident Landi Freiamt, Daniel Strebel und Daniel Appert (von links) bei der Planpräsentation Neubau Merenschwand 2019.

Vor einem Jahr ohne Distanz: Andreas Schüpbach, Präsident Landi Freiamt, Daniel Strebel und Daniel Appert (von links) bei der Planpräsentation Neubau Merenschwand 2019.

Die Landi Freiamt erzielt 2019 in allen wesentlichen Geschäftsbereichen Mehrumsätze. Zudem konnten mit dem Projekt Hanfanbau erste Erfahrungen gesammelt werden.

Der Präsident der Landi Freiamt, Andreas Schüpbach, wird richtig politisch: «Wir Bäuerinnen und Bauern sind aufgerufen, aufzustehen. Stolz auf unsere Arbeit zu sein und sie allen Interessierten zu erklären», schreibt er im Geschäftsbericht 2019. Die meisten Menschen in der Schweiz hätten den Durchblick in der Landwirtschaft schon längst verloren oder bemühten sich gar nicht darum. Sein Vorschlag: «Nicht jammern, nicht drohen, nicht lamentieren. Einfach erklären, so wie es ist.»

Zu jammern hat die Landi Freiamt auf jeden Fall nicht, zumindest nicht für das Jahr 2019. «Erneut durften alle strategischen Geschäftsfelder Mehrumsätze realisieren», wird festgehalten. Der Bruttogewinn nahm von 15,3 auf 15,8 Mio. Franken zu, die Marge stieg von 17,3 auf 17,5%. Zusammen mit den Miet- und Dienstleistungserträgen resultiert ein Betriebsertrag von 17,5 Mio. Franken. Der Betriebsgewinn vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern beläuft sich mit 5,4 Mio. Franken auf Vorjahresniveau. Wieder beantragt die Verwaltung eine Rückvergütung an die Mitglieder in Form einer Gewinnausschüttung sowie eine Erfolgsbeteiligung für die Mitarbeitenden. Wie es für 2020 mit Corona aussehen wird, steht noch in den Sternen: «Auf Grund der gravierenden Turbulenzen lässt sich keine gesicherte Aussage über den weiteren Geschäftsverlauf machen», hält Daniel Urech, Mitglied der Geschäftsleitung, fest.

14 Landwirte bauten für die Landi Hanf an

Mit dem Projekt Hanfanbau wagte sich die Landi Freiamt auf neues Terrain. «Das Ziel im ersten Anbaujahr war, einen Hanfanbau im Praxisversuch zu testen, das Ernteverfahren und die Verarbeitungsmöglichkeiten zu prüfen sowie das Potenzial in der Vermarktung auszuloten», hält Daniel Appert, Mitglied der Geschäftsleitung, fest. Im ersten Projektjahr haben sich 14 Landwirte bereit erklärt, mitzuwirken. Diese bauten auf 25 Hektaren Hanf an. «Erste Produkte aus der Freiämter Ernte erscheinen bald in den Landi-eigenen Verkaufsstellen, sodass wir auch in der Vermarktung erste Erfahrungen sammeln können», schreibt Appert. «Wir konkurrieren mit ausländischen Produkten in EU-Bio-Qualität, die im EU-Raum zudem noch staatlich gefördert werden. Das führt zu speziellen Herausforderungen in der Vermarktung und Konkurrenzfähigkeit.»

Interne und externe Einflüsse prägten das Immobilienergebnis der Landi Freiamt, wie Daniel Strebel, Vorsitzender der Geschäftsleitung, festhält. Das Überangebot an Mietwohnungen in der Region und die frühzeitige und transparente Information zum baldigen Abbruch der Landi-Liegenschaften in Merenschwand und Boswil hätten zu nachvollziehbaren vorzeitigen Kündigungen der Mieter geführt. Positiv schlug sich dafür die bessere Vermietungsquote im Neubau Jonen auf das Ergebnis aus. Gesamthaft resultierte ein Mietertrag in Höhe von 1,1Mio. Franken, praktisch unverändert zum Vorjahr. Bei den Baugesuchen zum Neubau Merenschwand und zum Neubau Boswil gab es keine Einsprachen. Jetzt liegt es an den kantonalen Baubehörden und den beiden Gemeinden, die definitive Baubewilligung zu erteilen. «Wir sind immer noch guten Mutes, mit den Bauarbeiten Mitte 2020 endlich zu starten.»

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