Eine schwarze Limousine fährt vor. Der Stargast ist angekommen. Urs Hofmann besuchte gestern die Bäckerei Ruckli in Sarmenstorf. Sie ist weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt.

Hat sich der gute Ruf der Rucklis mittlerweile bis nach Aarau herumgesprochen? «Es scheint so zu sein», sagen Lucia und Markus Ruckli mit einem Lächeln. Aber die Stippvisite hängt nicht nur mit den prämierten Backwaren zusammen (siehe Box).

Kaum ausgestiegen, erkundigt sich der SP-Mann nach den Begebenheiten im Dorf: «Wie ich sehe, ist ihre Bäckerei so ziemlich der einzige Platz, wo ich um diese Zeit einen Kaffee bekomme.» Dies sei in der Tat so, bestätigt Markus Ruckli mit einem Lachen. Die Stimmung ist locker und gelöst.

Osterhasen schminken im Anzug

Eine Konditorin führt den Anwesenden zunächst vor, wie man einen Osterhasen richtig schminkt: «In der Schoko-Hasenform zeichnen wir zunächst die Details wie die dunklen Augen oder den hellen Schwanz – das nennen wir schminken. Danach streichen wir die Form mit Schokolade aus und fügen die Form zusammen. Zum Schluss klammern wir beide Seiten aneinander und geiessen sie nochmals mit Schokolade aus. Anschliessend lassen wir den Hasen aushärten.»

Nach der kurzen Einführung waren die lokalen und kantonalen Politiker an der Reihe, allen voran Urs Hofmann. «Ich bin überrascht, dass man in der Konditorei keinen OP-Kittel tragen muss. Die Plastikschürze reicht zum Glück noch aus», sagt er mit einem Lachen. Ausgestattet mit Schürze und Beutel soll der Landammann einen Osterhasen schminken.

Es ist ein spezielles Stück. Denn auch die Rucklis haben sich über den Landammann informiert: «Wir wissen ja, dass sie eine spezielle Beziehung zum FC Aarau haben. Deshalb haben wir einen Fussball-Osterhasen für Sie vorbereitet», sagt Markus Ruckli.

Urs Hofmann freuts und er geht mit sportlichem Ehrgeiz an die Arbeit. Unter sachkundiger Aufsicht machen auch die Sarmenstorfer Gemeinderäte Meinrad Baur und Karl Heinz Graf einen Schokohasen für die Ehefrauen. «Wenn Sie wollen, können wir auch einen Ring in ihrem Osterhasen verstecken», sagt Markus Ruckli mit einem Augenzwinkern.

Die Kosten schrecken die Politiker dann aber doch ab. Wie so oft im politischen Alltag. 40 Osterhasen schaffen die Confiseure am Tag. «Bis wir soweit sind, müssten wir noch ein wenig üben», stellt Urs Hofmann fest.

Vier Hähne im Korb

Seit rund sechs Jahren arbeite das Team als Tagesbäckerei. «Wir machen die Teige über den Tag und lassen sie über Nacht aufgehen. So müssen nur noch zwei Mitarbeiter morgens um drei Uhr aufstehen – anstelle der ganzen Truppe», sagt Markus Ruckli. Die ganze Unternehmung zählt mittlerweile 28 Mitarbeitende – davon sind nur vier Männer. Landammann Urs Hofmann zeigte sich überrascht: «Früher war das ein richtiger Männerberuf. Heute ist es genau umgekehrt.»

Eine Begründung konnte Markus Ruckli nicht liefern. Urs Hofmann interessierte aber auch die Hygiene und erinnerte sich an frühere Erlebnisse in Bäckereien: «Gibt es bei euch heute auch noch Schaben und anderes Ungeziefer, das sich in den Mehlsäcken wohlfühlt?» Für Markus Ruckli kein Problem: «Hygiene ist immer ein Thema, aber mit der modernen Technik kaum mehr ein Problem.»