Bremgarten
«Land des Lächelns»: Eine Operette ohne Happy End kommt nach Bremgarten

An der Generalversammlung der OBB in Bremgarten ist der Startschuss für die Operettensaison 2015 erfolgt. Die Bekanntgabe der kommenden Operetten sorgte für engagierte Diskussionen.

Hans Rechsteiner
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Mit einem Lächeln: Regisseur Paul Suter, OBB-Präsidentin Myriam Rufer-Staubli, Dirigent Andres Joho. Foto: hr

Mit einem Lächeln: Regisseur Paul Suter, OBB-Präsidentin Myriam Rufer-Staubli, Dirigent Andres Joho. Foto: hr

2015 wird die OBB die in Bremgarten noch nie gespielte romantische Operette «Das Land des Lächelns» von Franz Lehár auf die Casinobühne heben. 2017 folgt die Chor-Operette «Der Vogelhändler».

Der Beschluss ist an der sehr gut besuchten Generalversammlung bekannt gegeben worden und löste eine engagierte Diskussion aus. Denn der starke momentan etwas «männerlastige» Chor sorgt sich um seine Auftrittsmöglichkeiten.

«Eine Operette wird gespielt und nicht nur gesungen», führte Regisseur Paul Suter an, versprach aber grosse Flexibilität für den Chor. Und auch Dirigent Andres Joho will für adäquate Chorarbeit sorgen. «Das Land des Lächelns» sei ein Publikumswunsch, sagte Vereinspräsidentin Myriam Rufer-Staubli.

Bremgarten ist bekannt dafür, öfter etwas Neues zu wagen und eher unbekannte Operetten zu spielen. Es locken die wunderbarsten Melodien wie «Immer nur lächeln», «Wer hat die Liebe mir ins Herz gesenkt» oder «Dein ist mein ganzes Herz, wo Du nicht bist kann ich nicht sein». Alle Solisten haben bereits zugesagt.

Operette ohne Happy End

Lisa, die verwöhnte Tochter des Grafen Lichtenfels, verliebt sich bei einem Fest im Hause ihres Vaters in den chinesischen Prinzen Sou-Chong. Seine verhaltene Leidenschaft, verbunden mit der exotischen Aura seines Auftretens, beeindruckt sie sehr.

Prinz Sou-Chong erwidert ihre Gefühle und entgegen den Warnungen ihres Vaters folgt sie ihrer Liebe nach China. In China jedoch wird das verliebte Paar bald auf den Boden der gesellschaftlichen Wirklichkeit zurückgeworfen.

Die Unvereinbarkeit ihrer Charaktere wird ihnen mehr und mehr bewusst. Lisas früherer Verehrer, Graf Gustav von Pottenstein (genannt Gustl), der ihr nach China nachgereist ist, spendet ihr Trost.

Sou-Chong wird von seinem strengen Onkel aufgefordert, wie ein alter Brauch es verlangt, vier Mandschu-Mädchen zu heiraten. Als er dieser Tradition folgt, stürzt er Lisa in tiefe Verzweiflung.

Diese plant daraufhin, getrieben von der Sehnsucht nach ihrem früheren Leben, gemeinsam mit Gustl die Flucht aus dem Palast. Sou-Chong durchkreuzt ihren Plan, doch er erkennt, dass er Lisa nicht halten kann und lässt sie mit einem traurigen Lächeln ziehen.

Weil die romantische Operette in Wien und Peking spielt, riet Myriam Rufer: «Also lernt chinesisch!»

Das operettenfreie Jahr

Dass «Das Land des Lächelns» kein Happy End bringt, muss nicht ein schlechtes Vorzeichen sein. Während «Polenblut» (2011) eine Auslastung von 94 Prozent hatte, kam dieses Jahr «Die Bajadère» nur auf 80%, was der Kasse einen massiven Dämpfer verpasste.

Dennoch geht die Operettenbühne die neue faszinierende Aufgabe freudig an. Denn «nach der Operette ist vor der Operette», wie die Präsidentin sagte.

Der Rest der Generalversammlung ist schnell erzählt: Sepp Peyer und Walter-Karl Walde wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ins Operettenfreie Zwischenjahr fallen die Vereinsreise nach München sowie ein Chorworkshop, geleitet von Regisseur Paul Suter.