Dintikon

Lamm gehört zu Ostern, wie Hase und Ei

Hans-Ueli Baumgartner, Präsident des Aargauischen Schafzuchtvereins, bei seinen Schafen.

Hans-Ueli Baumgartner, Präsident des Aargauischen Schafzuchtvereins, bei seinen Schafen.

Der Hase und das Ei zählen zu den typischen Ostersymbolen. Und wie steht es mit dem Lamm? Auch das Lamm nimmt nach wie vor seine Position in der Reihe der österlichen Sinnbilder ein.

Der Hase, in allen erdenklichen Variationen, ist der Osterklassiker schlechthin, ebenso das Osterei. Und was hat es mit dem Osterlamm auf sich? Nun, das weisse Fell des Schafes gilt als Synonym für innere Reinheit und Frömmigkeit. Schon zu biblischen Zeiten war das Lamm das klassische Opfertier. Das einstige Opferschaf hat seine vielschichtige Bedeutung bis heute behalten und zeigt sich aktuell in Form des Osterlamms. Und als solches kommt es an Ostern an vielen Orten auf den Tisch.

«Zubereitung ist entscheidend»

Einer, der sich mit Schafen gut auskennt, ist Hans-Ueli Baumgartner. Er hält in Dintikon rund zwei Dutzend Muttertiere der Rasse Braunköpfiges Fleischschaf mit vier Böcken und hat im März das Präsidium des Aargauischen Schafzuchtvereins von Ernst Ruf aus Aristau übernommen. Durch dieses Amt im Verein und durch seine Tätigkeit im Aussendienst der Futtermühle UFA AG in Seon ist er im Freiamt gut verwurzelt und in Schafzüchterkreisen bekannt. Er schätzt die Tradition des Osterlamms und dessen symbolische Bedeutung. «Die Zubereitung des Schaffleisches entscheidet über den Geschmack», erwähnte er unter anderem im Gespräch mit der Aargauer Zeitung.

Schafhaltung aus anderer Optik

Die Schafzucht sei für viele Leute ein schönes Hobby, doch werde das Schaf oft bloss als Landschaftspfleger betrachtet. «Aber man muss zu den Schafen schauen und 365 Tage im Jahr für sie da sein. Ihre Pflege und Hege sind wichtig.» Man sei im Aargauischen Schafzuchtverein daran, die Schafhaltung ein wenig aus einer anderen Optik zu betrachten. Ausserdem sollen mehr junge Leute für die Schafzucht begeistert werden.

Lammfleisch an Ostern gefragt

Die Nachfrage nach Lammfleisch nimmt besonders an Ostern zu, wie eine Umfrage der Aargauer Zeitung bei Metzgereien im Freiamt ergab. Unter anderen bietet Thomas Marti in seiner Metzgerei in Muri Lammfleisch an. «Früher waren es vor allem die Italiener, die gleich halbe Lämmer gekauft haben. Das ist vorbei», sagte er. «Heute wird fachmännisch zerlegtes Lammfleisch verlangt. Diesen Service bieten die Fachbetriebe selbstverständlich an und nehmen damit der Kundschaft bereits einen grossen Teil der Zubereitungsarbeit ab.»

«Symbol für Jesus Christus»

Und welche Bedeutung hat das Osterlamm in der heutigen Kirche? Antwort auf diese Frage erhielt die Aargauer Zeitung von Domherr Kurt Grüter, Pfarrer der römisch-katholischen Pfarrei Wohlen: «Beim Osterlamm handelt es sich um ein Symbol für Jesus Christus, der sich mit den Menschen solidarisiert hat und auferstanden ist. So steht das Lamm sowohl für Wehrlosigkeit, als auch für den Sieg über den Tod und das Böse (Auferstehung). Es wird deshalb oft auch mit einem Kreuz und/oder einer Fahne dargestellt und hat bis heute nichts von seiner Bedeutung verloren.»

Wie Pfarrer Grüter weiter ausführte, habe der Sohn Gottes eben nicht im Sinn von ‹Auge um Auge› gehandelt, sondern sei den Weg des Leidens demütig gegangen, bis zum Tod am Kreuz (Opfer Christi). Bereits aus dem Alten Testament seien Tieropfer überliefert. In jeder Messe werde heute noch vor der Kommunion «das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt» erwähnt.

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