Bremgarten
«Läbigs Bremgarte» ist oft eng am Ball

In 30 Jahren hat «Läbigs Bremgarte» dem Reussstädtchen viele Impulse verliehen. Aus der ehemals losen Gruppe ist der Verein für umweltbewusste und familienfreundliche Lokalpolitik geworden.

Lukas Schumacher
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Gemeinsam mit dem Komitee «Pro Hallenbad» organisierte «Läbigs Bremgarte» vor zwei Monaten eine farbenfrohe Demo für die Badi-Sanierung.AW

Gemeinsam mit dem Komitee «Pro Hallenbad» organisierte «Läbigs Bremgarte» vor zwei Monaten eine farbenfrohe Demo für die Badi-Sanierung.AW

«Läbigs Bremgarte» hat dem Reuss- städtchen seit den ersten Aktivitäten 1982 viele politische und gesellschaftliche Impulse verliehen. Während rund 15 Jahren – von 1985 bis 2000 – lief die einst lose Gruppierung, die längst zum «Verein für umweltbewusste und familienfreundliche Lokalpolitik» mutierte, den etablierten Lokalparteien den Rang ab.

«Tempo 30» und der Abfall

In jenen Jahren war «Läbigs Bremgarte» sehr eng am Ball. Der frische Wind tat dem Reussstädtchen sehr gut. Der Polit-Verein war tonangebend bei reussstädtischen Verkehrs- und Umweltfragen. Nebst anderem trieb der Verein die einstige Neugestaltung der Marktgasse als Begegnungszone voran sowie die Einführung von Tempo 30 in allen Aussenquartieren Bremgartens; die Umsetzung der Verkehrsberuhigung in den einzelnen Wohnquartieren lief 1993 an und endete 2003. Bremgarten war die erste Gemeinde im Freiamt, die auf eine flächendeckende Verkehrsberuhigung gesetzt hat.

Mit teilweise spektakulären Aktionen engagierte sich der Verein erfolgreich für eine zeitgemässe Abfallentsorgung, für die Grüngutabfuhr, fürs Trennen von Wertstoffen, fürs Verursacherprinzip bei den Entsorgungskosten. Die damalige Stadtbehörde schaltete rasch, worauf Bremgarten zu einer aargauischen Pioniergemeinde einer zeitgemässen Abfallbeseitigung wurde.

Einfluss gesunken

Zu Beginn der 2000er-Jahre zerriss der Verein politisch keine Stricke. Hauptgrund: Mehrere Vereinsstützen waren aus Bremgarten weggezogen. Damals spöttelten Kritiker und Leute aus anderen Lokalparteien, «Läbigs Bremgarte» sei politisch tot. Ein überzogener Befund mit wahrem Kern. Der Einfluss der «Bremgarter Grünen» auf die reussstädtische Politik hatte stark nachgelassen, der Verein an politischer Bedeutung eingebüsst.

Seit ein paar Jahren und unter neuer Leitung setzt der Verein wieder vermehrt politische Akzente, so bei der Jugendarbeit, in der Energiepolitik und im kulturellen Leben. Zwei gesellschaftliche Anlässe richtet «Läbigs Bremgarte» seit vielen Jahren verdienstvoll aus: die Bremgarter Velobörse im März und den Tausch- und Flohmarkt im Juni.

Umfahrung als Auslöser

Die Geburtsstunde von «Läbigs Bremgarte» schlug im November 1982, als in Bremgarten über den Bau der Stadtumfahrung und über ein Altstadtkonzept abgestimmt wurde. Mehrere Bewohner der Altstadt hatten sich zusammengetan, in der Absicht, einem verkehrsarmen Regime in der Innerstadt zum Durchbruch zu verhelfen. Das Wohnen in der Altstadt sollte lebenswerter, der lästige Durchgangsverkehr auf die Umfahrung verwiesen werden. Dieses ehrgeizige Ziel wurde erreicht – nicht nur wegen der ersten «Läbigen», aber auch dank ihnen.