Freiamt
KV-Rektor Philippe Elsener wehrt sich gegen Umbaupläne des Kantons

Um den kaufmännischen Nachwuchs muss man sich am Berufsbildungszentrum Freiamt keine Sorgen machen. Wie steht es aber um die Schule? Klar ist: Die Spitzenschule will nicht verschwinden

Jörg Baumann
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Grossrat und KV-Absolvent Silvan Hilfiker verteilte die Diplome.

Grossrat und KV-Absolvent Silvan Hilfiker verteilte die Diplome.

Jörg Baumann

Von 112 erfolgreichen Diplomandinnen und Diplomanden stehen dieses Jahr elf im eidgenössischen Rang. Die beste Diplomnote von 5,5 erzielten die Berufsmaturanden Luca Joho (Gemeindeverwaltung Meisterschwanden) und Selina Oberhänsli (Eurep AG Merenschwand), gefolgt von Lucia Notter (5,4, Gemeindeverwaltung Aristau) und Vivienne Kneubühler (Gemeindekanzlei Oberrüti), Laura Schneider (Aargauische Kantonalbank), Jann Stutz (Airex AG Sins) und Claude Zürcher (Neue Aargauer Bank Wohlen), alle mit der Diplomnote 5,3.

Bei den Kaufleuten mit erweiterter Grundbildung schwangen Daniele Di Fazio (Dottikon ES AG) mit 5,4 und mit 5,3 Corinna Brunner (Gemeindeverwaltung Merenschwand), Lukas Schütz (Gemeindeverwaltung Meisterschwanden) und Rahel Villiger (Markus Flühmann AG Merenschwand) obenaus.

Freiämter Schule nicht übergehen

Eine so erfolgreiche Schule dürfe nicht verschwinden, forderte Rektor Philippe Elsener. Er sei deshalb zuversichtlich, dass die Wachstumsregion Freiamt und der erbrachte Leistungsausweis schlicht nicht übergangen werden könne. Elsener forderte die Diplomanden auf, mit ihrem vollgepackten «Bildungskarren» sorgfältig zu fahren und im Wettbewerb Sportsgeist und Respekt zu zeigen.

«Demut und Bescheidenheit sind die Schmiermittel, die dafür sorgen, dass Ihr Motor nicht überhitzt.» Kaufleute wie Manuel Brunner, der die Wohler KV-Schule besuchte, zeigten, dass man aus dem Beruf auch in eine gemeinnützige Tätigkeit umsteigen kann: Brunner, früher Portfolio-Manager bei einer Grossbank, stellt seit ein paar Monaten sein Wissen der Organisation Médecins sans Frontières in Tansania zur Verfügung.

Pausen machen und viel reisen

Grossrat Silvan Hilfiker aus Unterlunkhofen, Vizepräsident des BBZ-Schulvorstandes, verriet in seiner Festrede, dass er schon in seiner KV-Schulzeit in Wohlen Sinn fürs Kaufmännische entwickelt habe. In der Lernwoche in der kleinen Berggemeinde Marmorera handelte er mit einem Kollegen nach dem Prinzip «Grosse Nachfrage, knappes Angebot, gute Preise» erfolgreich mit Bier, das die beiden in Savognin eingekauft hatten. Hilfiker empfahl den Diplomandinnen, die der Komödiant Kilian Ziegler bei Festlaune hielt, Pausen einzuschalten und in den Ferien Abstand vom Arbeitsplatz zu gewinnen. Dabei sollten sie aber neugierig sein, viel reisen und offen für Veränderungen im Geschäftsleben bleiben. Zum Schluss wurde KV-Lehrer Ernst Peters nach 40 Jahren verabschiedet.