Bis nach Spreitenbach sind die 25 Villmerger Schüler am gestrigen Freitagmorgen gereist, um ihre papierenen Kunstwerke auszustellen – das kann hungrig machen. Bevor es an die Arbeit geht, stürzen sich die 11- bis 13-Jährigen deswegen auf das vorbereitete Znüni. Kaum fertiggegessen, halten die ersten bereits ihre selbst gebastelten Papierobjekte in der Hand und laufen auf eines der Buchenbäumchen im Eingangsbereich der Umwelt-Arena zu.

Schon seit den Herbstferien arbeitet die 6a der Mühlematten-Primarschule an den Figuren aus alten Büchern. Dabei eignen sich grundsätzlich alle ausrangierten Bücher sehr gut für kreative Arbeiten. Doch woher nimmt man das Material für so viele Figuren? «Beim Umzug ins neue Schulhaus sind unzählige Bücher ausrangiert worden. Ich habe die Schule über das Projekt informiert, sodass keines fortgeworfen wurde. Dabei sind so viele Bücher zusammengekommen, dass wir gleich eine zweite solche Aktion starten könnten», erzählt Lehrerin Barbara Moser mit einem Strahlen im Gesicht. Sie betreut die Klasse im bildnerischen Gestalten und im Werkunterricht, wo sie die Objekte mit den Schülern zusammen hergestellt hat. «Anstrengend war es auf alle Fälle, in diesem alter sind die Kinder wie Flöhe, extrem aktiv, was aber auch ein Vorteil ist. An Motivation hat es diesen Schülerinnen und Schülern nie gefehlt», so Moser.

Die Rhomben sind der Renner

Dagegen hätten die Nachwuchskünstler ziemlich sicher nicht viel einzuwenden. «Das Basteln hat unglaublich viel Spass gemacht, obwohl es anfangs etwas schwierig war», erinnert sich Nils (12). «Da ist schon mal die eine oder andere Figur abverheit», ergänzt Aaliyah (12).

Klar am besten gefällt den 25 Mädchen und Jungen der Rhombus aus zusammengerollten Bücherseiten. Der zwölfjährige Leon zeigt auf seinen Lieblingsrhombus. Auf die Frage, wieso es genau der ist, sagt er: «Den habe ich gemacht!», worauf seine Mitschüler lachend den Kopf schütteln. Leon ist aber nicht der Einzige, der Freude am Ergebnis der vergangenen Werkstunden hat. Tatsächlich gibt es keinen Schüler, der nicht mindestens einmal stolz auf eine seiner Kreationen blickt.

Nicht nur weihnachtlich

Die Ausstellung wird noch bis zum zweiten Februar in der Umwelt-Arena Spreitenbach zu sehen sein. «Zu dieser Zeit haben wir immer sehr viele Besucher», sagt Christian Rudin, Geschäftsführer der Umwelt-Arena Spreitenbach. Projektleiterin Astrid Andermatt ergänzt: «Deswegen war es wichtig, keine rein weihnachtliche Dekoration zu wählen.» Die geometrischen Figuren wirken tatsächlich allgemein winterlich, was ein bisschen Weihnachtsstimmung aber nicht ausschliesst.

«Als Dankeschön können die Kinder heute mit verschiedenen Velos bei uns herumfahren und die Arena erkunden», so Rudin. Das muss man den Energiebündeln nicht zweimal sagen. Nach getaner Arbeit schnappen sich alle ihr Ticket und laufen direkt in die Arena. Zurück bleibt ein leerer Eingangsbereich, wie ein winterlicher Märchenwald.