Rudolfstetten

Kunststoff-Recycling wird günstiger und in zweifacher Hinsicht attraktiver

Sammelsäcke kosten in Rudolfstetten künftig weniger als normale Kehrichtsäcke.

Die Gemeinde Rudolfstetten macht die Sammelsäcke fünf Franken günstiger als die herkömmlichen Kehrichtsäcke. Zudem fassen die Sammelsäcke das Doppelte.

Die Gemeinde Rudolfstetten will das Sammeln von Kunststoffen zu Recycling-Zwecken noch attraktiver machen. Darum werden ab jetzt die Zehnerpackungen Sammelsäcke nicht mehr für 30 Franken, sondern für 25 Franken angeboten.

Dadurch werden sie doppelt attraktiv: Einerseits sind sie damit günstiger als die Säcke für den normalen Haushaltsmüll, den sogenannten Graukehricht. Dort kostet eine Zehnerpackung 35-Liter-Säcke weiterhin 30 Franken. Andererseits fassen die Kunststoff-Sammelsäcke mit 60 Litern Volumen auch noch knapp doppelt so viel Abfall.

Der Preis wird allerdings nicht nur gesenkt, um bei den Leuten Anreize zu schaffen. Die Preissenkung wird durch den hohen Verkaufsabsatz und ein anderes Abrechnungssystem bei den Transportkosten erreicht, schreibt die Gemeinde.

Dass es mit dem Plastiksammeln so gut läuft, freut besonders die Frauengemeinschaft Rudolfstetten, die durch ihre Anregung erst für die Einführung von Kunststoffsammelsäcken gesorgt hat.

Kunststoff-Recycling ist ein noch umstrittenes Thema

Das Rezyklieren von Kunststoff ist ein umstrittenes Thema (AZ vom 24. August). Eggenwil beispielsweise hat sich diesen Sommer gegen eine separate Kunststoff-Sammlung entschieden, denn ein grosser Teil der Plastikabfälle könne heute gar nicht rezykliert, sondern müsse in die Verbrennungsanlage gebracht werden.

«Wir wollen nicht den Leuten vorgaukeln, dass sie etwas Gutes für die Umwelt tun, wenn dies nicht der Tatsache entspricht», sagte der Eggenwiler Gemeindeschreiber Walter Bürgi damals.

Thomas Römer, Geschäftsführer der Römer AG, des Entsorgungszentrums in Wohlen, der auch die Rudolfstetter Kunststoffsammelsäcke abholt, stimmte ihm zu, dass Kunststoff-Recycling derzeit tatsächlich ökologisch noch nicht sinnvoll ist.

Die Technik, wie etwa die Sortieranlagen, würden jedoch nur verbessert, wenn sie auch gebraucht würden. Er betonte: «Es ist unsinnig, ein Material, das man mehrere hundert Mal brauchen könnte, nur einmal zu verwenden.»

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