Stadion Niedermatten
«Kunstrasen ist auf die Dauer billiger»: Im März stimmen die Wohler über den neuen Fussballplatz ab

Am 26. März wird an der Urne über einen Kunstrasen für das Stadion Niedermatten entschieden. Der heutige Naturrasen ist in einem desolaten Zustand und kann maximal vier Stunden pro Woche benützt werden. Eine unhaltbare Situation, findet der FC Wohlen.

Toni Widmer
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Der FC Wohlen ist im Stadion Niedermatten beheimatet.jpg

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Aargauer Zeitung

«Vielen Leuten ist nicht bewusst, was in den Niedermatten läuft und welcher Benützungsdruck vorhanden ist», eröffnete Gemeinderat Urs Kuhn eine Medienkonferenz zum Thema «Kunstrasen Niedermatten». Der Einwohnerrat hat dieses Projekt am 21. März 2016 bewilligt. Gespielt wird ein knappes Jahr später noch immer auf Naturrasen.

Wenn es der Platz überhaupt zulässt – denn darum geht es. Er ist in einem desolaten Zustand und kann maximal vier Stunden pro Woche benützt werden. Eine unhaltbare Situation, finden die Verantwortlichen des FC Wohlen und der Gemeinderat.

Abstimmungsbroschüre kommt

Gegen das Projekt ist das Referendum zustande gekommen. Abgestimmt wird am 26. März. Nächste Woche wird eine Abstimmungsbroschüre verteilt, in welcher der Gemeinderat darlegt, warum aus seiner Sicht der Einbau eines Kunstrasens wirtschaftlich und ökologisch Sinn macht und dringend nötig ist. «Das Platzangebot auf der Anlage Niedermatten ist absolut ungenügend. Wohler Fussballer müssen bereits auswärts trainieren gehen», sagte Kuhn.

Das sei schon lange bekannt und deshalb habe der Gemeinderat zusätzlich Land einzonen wollen, um mehr Spiel- und Trainingsmöglichkeiten zu schaffen. Das habe der Grosse Rat abgelehnt und somit bleibe nur ein Weg: «Wir müssen verdichten. Mit einem Kunstrasen auf dem Hauptfeld lassen sich drei bis vier ‹normale› Spielfelder ersetzen, weil der Platz deutlich intensiver genützt werden kann.»

Kostenberechnung angezweifelt

Der Benützungsdruck auf der Anlage Niedermatten wird vom Referendumskomitee nicht bestritten. Zumindest steht davon nichts in der Abstimmungszeitung, wo die Gegner auf einer halben Seite zu Wort kommen. Für sie ist ein Kunstrasen der falsche Weg, weil er zu viel kostet. Sie erachten eine Sanierung des Naturrasens als günstigere Alternative und zweifeln die Berechnungen des Gemeinderates an, der die Erstellungs- und Unterhaltskosten für einen neuen, besseren Naturrasen ebenfalls eruiert hat.

Und zwar seriös, wie Urs Kuhn an der Medienkonferenz erläuterte. Auf die Dauer sei ein Kunstrasen deutlich billiger, obwohl die Anfangsinvestition höher wäre. Das, weil er deutlich länger halte und viel intensiver genutzt werden könne.

Dank einer Doppelvergabe für den Kunstrasen auf dem Hauptfeld und dem (bereits bewilligten) Kunstrasenersatz für das Trainingsfeld I wird das Ganze billiger. Statt wie vom Einwohnerrat bewilligt 1,6 Mio. Franken kostet der Kunstrasen für das Hauptfeld «nur» noch 1,3 Mio. Franken. Die Nettobelastung für die Gemeinde sinkt damit von 1,16 auf 0,95 Mio. Franken.

Der bereits vor zwei Jahren bewilligte neue Kunstrasen auf dem Trainingsplatz wird im Juni/Juli endlich eingebaut. Gleichzeitig möchte man auch das Hauptfeld umbauen, sofern dem Projekt an der Urne zugestimmt wird.