Der vom Fussballclub schon lange ersehnte Kunstrasen für das Hauptfeld im Stadion Niedermatten soll gemäss neuesten Zahlen «nur» 1,35 statt 1,6 Mio. Franken kosten. Das hat Gemeinderat Urs Kuhn auf Anfrage der az bestätigt. Grund dafür sei einerseits der Eurokurs. Anderseits seien Kunstrasen allgemein etwas günstiger geworden, und als Drittes habe man von der Doppelvergabe für den Kunstrasen auf dem Hauptfeld und jenem auf dem Trainingsfeld profitieren können.

Bekannt gemacht hat die aktuellsten Zahlen das Komitee, welches gegen die geplante Investition das Referendum ergriffen hat. Vom Einwohnerrat ist der neue Kunstrasen am 21. März bewilligt worden. Die Referendumsabstimmung wird nach den aktuellsten Informationen definitiv am 26. März stattfinden. Angesagt war sie ursprünglich bereits auf November 2016, dann wurde sie vorerst auf Februar 2017 geschoben.

Das Komitee ist vom Gemeinderat zu einer Information über den Inhalt der geplanten Abstimmungszeitung eingeladen worden. «Dort haben wir erfahren, dass der Kunstrasen billiger werden soll, und auch, dass die alternative Sanierung des Fussballplatzes mit einem herkömmlichen Naturrasen laut Gemeinderat 750 000 Franken kosten würde. Diese Zahl zweifeln wir stark an. Wir haben auch seriöse Abklärungen getroffen. Unsere Kosten für eine Platzsanierung liegen aktuell bei rund 250 000 Franken», sagt Urs Stäger vom Referendumskomitee.

Schutz für Unternehmer

Er bedauert, dass der Gemeinderat sich an der Sitzung geweigert habe, seine Richtofferte herauszugeben: «Man hat uns gesagt, wir würden Äpfel mit Birnen vergleichen und lägen falsch. Um diese Behauptung verifizieren zu können, bräuchten wir aber die Richtofferte des Gemeinderates, dann könnten wir das überprüfen», sagt Urs Stäger.

Gemeinderat Urs Kuhn hält dagegen: «Beim Einholen einer Richtofferte handelt es sich nicht um ein ordentliches Submissionsverfahren. Deshalb muss ein Unternehmen auch nicht davon ausgehen, dass über die von ihm seriös erarbeiteten Zahlen nachher öffentlich diskutiert wird. Es geht dem Gemeinderat somit vor allem um den Schutz des Unternehmers, wenn er diese Richtofferte nicht öffentlich macht. Wir wollen keineswegs etwas verstecken oder verschleiern», erklärte er.