Der Schweizerische Kunstführer über das Kloster Muri, vom damaligen Denkmalpfleger Peter Felder verfasst und 1972 erstmals publiziert, ist nicht grundsätzlich veraltet. Nachdem auch die dritte Auflage vergriffen war, packte die Vereinigung Freunde der Klosterkirche Muri die Gelegenheit, die Broschüre zu aktualisieren.

Mit der eben erschienenen vierten Auflage hat sie als Herausgeberin den Text von Felder durch Martin Allemann inhaltlich wie auch sprachlich auf den neusten Stand bringen lassen. Unterstützt wurde der Autor von Denkmalpfleger Reto Nussbaumer, von Peter Hochuli, Vizepräsident der Vereinigung Freunde der Klosterkirche, und von Fotograf Bernhard Kägi, der alle Bilder neu aufgenommen hat.

Verlegerisch wurde der Kunstführer von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) in Bern betreut, speziell von Sandra Hüberli, wie der Autor an der Vernissage erklärte.

Wissenschaftlich fundiert, aber handlich und gut lesbar, das ist der Anspruch der GSK beim Schweizerischen Kunstführer, wie Hüberli ausführte. Die Reihe erscheint seit 53 Jahren regelmässig und zeigt heute «die ganze Vielfalt der schweizerischen Baukultur».

Denkmalpfleger Reto Nussbaumer schilderte den Einfluss auch von früheren Denkmalpflegern in Muri und erwähnte, dass auch dank seiner Vorgänger die Glasmalereien 1957 wieder den Weg zurück in den Kreuzgang in Muri gefunden haben. Interessanterweise wurde dabei kein Leihvertrag zwischen dem Kanton und der Kirchenpflege abgeschlossen, beziehungsweise erst 60 Jahre später, als man diesen Umstand entdeckte.

Tradition fortführen

Pfarrer Georges Schwickerath, Präsident der Vereinigung Freunde der Klosterkirche Muri, konnte nicht nur Abt Benno Malfèr an der Vernissage begrüssen, sondern hob die Bedeutung des Klosters Muri in verschiedener Hinsicht hervor – als spiritueller Ort, als kultureller Schatz, als Arbeitsplatz auch.

«Die Klosterkirche hat eine Schönheit und Faszination, die ihresgleichen sucht.» Ziel der Vereinigung ist unter anderem, die Fortführung der benediktinischen Tradition in den Gebäuden des ehemaligen Klosters und insbesondere in der Klosterkirche St. Martin zu unterstützen, wie Vizepräsident Peter Hochuli in Erinnerung rief.

Die Vereinigung, die auch finanzielle Mittel beschafft und den Kontakt zum Abt und Konvent des Klosters Muri-Gries pflegt, ist 25-jährig. Röbi Häfner, Präsident von MuriKultur, dankte der Vereinigung für ihr wertvolles Wirken und lobte die gute Zusammenarbeit.