Urs Heller war der erste professionelle Jugendarbeiter im Freizeitverein, ist Mitgründer des Theaters im Sternensaal und im Einwohnerrat in der Gruppe «Eusi Lüüt» Mitstreiter für ein sozial eingestelltes Dorf, später auch Co-Leiter des Theaters Tuchlaube in Aarau.

Heller sei in seinem Leben schon vieles gewesen, sagte Gemeinderat Ruedi Donat an der vom Ghost Town Trio umrahmten Preisverleihung: im Bündnerland Gemeindepräsident, Hausmann, Schulhausabwart und Älpler, in Wohlen Jugendarbeiter, Parteigründer, Mitgründer eines Kleintheaters und einige Jahre im Steinacker «fast ein Nachbar von mir». Die Wahl des diesjährigen Kulturpreisträgers sei deshalb der Kulturkommission und dem Gemeinderat leicht gefallen. «Er lebt den Kulturvirus.»

In den Siebzigerjahren begegnete der Theaterregisseur und -autor Adi Meyer Heller zum ersten Mal – «an einem Volkstanzabend mit Tänzen aus aller Welt, angeleitet von Beatrice und Urs Heller». Aus dem Volkstanzabend wurde mehr, wie er in seiner Laudatio festhielt: Heller übernahm im Schellhüsli die Leitung im Freizeitverein. Er teilte die Stelle vorerst mit seiner Frau Beatrice, die es nach einer Weile wieder in den Schuldienst zog.

Kultur für alle als Ziel

Im Freizeitverein fand Urs Heller ein Betätigungsfeld, auf dem er viel wagte, was für Wohlen damals neu war: Spielaktionen, den Ferienpass und den Jugendtreff für Kinder und Jugendliche, das Elternforum und Begegnungsabende für Erwachsene. Dort, wo Leute zusammenkommen, zusammen erzählen, sich austauschen, diskutieren, gestalten, spielen, feiern und Musik machen – dort fand für Heller Kultur statt, sagte Meyer. 1987 hörte Heller beim Freizeitverein auf und eröffnete zusammen mit Gleichgesinnten das Theater im Sternensaal.

«Seitdem ist im Sternensaal Grossartiges auf die Bühne gekommen: Musik, Theater, Kabarett oder Literatur. Ursus & Nadeschkin spielten hier vor zehn Personen. Heute füllen sie das KKL», meinte Meyer. «Wir machen kulturelle Grundversorgung», habe Heller immer erklärt. Er habe sich um «geistiges, seelisches und emotionales Futter» gekümmert, brachte die Schulkinder mindestens einmal im Jahr ins Theater und sorgte dafür, dass wir kulturelle Leckerbissen vor der Haustüre geniessen dürfen – «und dass Kultur in Wohlen selbstverständlicher geworden ist». Dabei habe er auch gegen Widerstände und Desinteresse kämpfen müssen.

Urs Heller dankte bewegt für den Preis. Ohne die Unterstützung seiner Frau Beatrice hätte er seine Arbeit nicht machen können, sagte er.