Wohlen
Kulturbeiz von Wohlen: Drei gut gelaunte Parteien im gleichen Lokal

Im Stundentakt feierten die Grünen, die SP und CVP von Wohlen nach geschlagener Schlacht ihre Wahlerfolge unter dem gleichen Dach: in der Kulturbeiz.

Jörg Baumann
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CVP: Gemeinderäte Paul Huwiler (links), Ruedi Donat (daneben) und Einwohnerratskandidaten der Partei.

CVP: Gemeinderäte Paul Huwiler (links), Ruedi Donat (daneben) und Einwohnerratskandidaten der Partei.

Die Grünen machten den Anfang: Parteipräsidentin Marianne Keusch war zufrieden mit dem Resultat, das Gemeinderat Urs Kuhn erzielte: «Er ist in der Rangliste in der Mitte, wo er allerdings politisch nicht steht.»

In der neuen Amtsperiode seien Gemeinderat und Einwohnerrat gleichermassen gefordert, gut zusammenzuarbeiten.

«Denn neben den anstehenden grossen und kostspieligen Projekten müssen wir auch scheinbar weniger wichtige wie die Tempo-30-Zonen durchbringen.»

«Einzelkämpfer bringen nichts»

Kuhn erhielt aus der Hand der Parteipräsidentin ein Set Frotteehandtücher, Farbe: hellgrün.

Dieses dürften Urs Kuhn und seine Frau Kathrin beim bevorstehenden Umzug vom Panoramaweg in die Wohnsiedlung «Schlosspark» beim Bahnhof gut brauchen können. Für den Farbton entschuldigte sich Marianne Keusch scherzhaft: «Wir wissen natürlich, dass Du ein richtiger Grüner bist mit einem roten Herz.»

Kuhn war glücklich über seine Wiederwahl und deutete auf das Wahlprotokoll. «Die ersten fünf Gemeinderäte liegen nur 120 Stimmen auseinander.»

Das zeige, dass die Wähler den Gemeinderat als Kollegialbehörde wahrgenommen haben, die eng zusammenarbeite.

Er als Grüner könne seine Anliegen aber nur dann erfolgreich einbringen, wenn eine gute Fraktion hinter ihm stehe.

Es sei allerdings «unglaublich schwierig» gewesen, Kandidaten für den Einwohnerrat zu finden, sagte Kuhn. «Wir müssen gemeinsam auftreten. Einzelkämpfer bringen uns nicht weiter.»

Paul Huwiler von der CVP werde nun als Wohler Vizeammann vermutlich still gewählt, meinte Urs Kuhn abschliessend.

«Den Kurs weiterführen»

Eine Stunde später sonnte sich SP-Gemeinderat Arsène Perroud im Kreis seiner Familie und von Mitstreitern in seinem Wahlerfolg.

Perroud erreichte den guten dritten Platz, was er dem Umstand zuschrieb, dass die Wähler auf Kontinuität setzen würden. «Sie wollen, dass der Gemeinderat diesen Kurs weiter verfolge.

Wir Gemeinderäte müssen zukunftsgerichtet politisieren und nach vorne schauen.» Perroud versäumte es nicht, den Schulpflegerinnen Sonja Lüthi (SP) und Martina Trottmann (parteilos) zur erfolgreichen Wahl zu gratulieren.

Parteipräsident Thomas Leitch strich die Wahlerfolge der SP in Aarau und Berikon hervor und überreichte Perroud ein Familienpaket mit Esswaren. «Ich bin Arsène Perroud kürzlich nach dem Einkaufen begegnet. Er hat mir sein Leid geklagt, dass er immer so viel für seine Familie posten müsse. Daher unser Geschenk.»

«Grosse Projekte rasch anpacken»

Auch die CVP hatte allen Grund zur Freude, belegten doch ihre Gemeinderäte Paul Huwiler und Ruedi Donat die ersten beiden Plätze, wie Parteipräsident Roger Waeber ausführte.

Für Donat bedeutet die Wiederwahl «so weiterfahren und den Schwung in die Einwohnerratswahlen tragen». Huwiler forderte, dass die grossen Vorhaben wie Schulbauten, Kunsteisbahn, Freibad und der Umbau der Zentralstrasse «schnell angepackt werden und nicht in der Schublade verschwinden». Gemeinderat, Einwohnerrat und Bevölkerung sollten dabei am gleichen Strang ziehen.

Die wieder gewählte Schulpflegerin Bernadette Huwiler Keck machte sich dafür stark, dass die Schulpflegen nicht abgeschafft werden. «Die Schulpflege ist die Lobby der Lehrer», meinte sie.

Als Neuling schaffte Ruedi Fricker die Wahl in die Schulpflege auf Anhieb. «Ich bin erstaunt, dass ich als politischer Nobody so viele Stimmen erhalten habe. Aber ich weise darauf hin, dass ein Urgrossonkel von mir einst Ständerat war.»

Für das Amt des Schulpflegers werde er genügend Zeit aufbringen können, sagte Fricker, denn er werde sich im Sommer 2014 als Lehrer frühpensionieren lassen.

Die CVP gab auch bekannt, dass sie mit 18 Kandidaten, mit sieben Frauen und elf Männern, in den Einwohnerratswahlkampf ziehen wird.

Die junge Generation zwischen 21 und 30 sei mit fünf Personen vertreten. Erstmals kandidieren Stefanie Bächer, Simone Burkard, Laura Efremova, Regula Iten, Erwin Koch, Daniela Oftinger, Martin Meyer, Roman Vock und Simone Weibel.

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