Wohlen
Kulinarische Kost statt Futter und Dünger

Die Familie Donat aus Wohlen öffnet Tor und Scheune für eine kulinarische Komödie, die durch Bauch und Hirn geht.

Lina Giusto
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Von der Strohballen-Arena aus können die Zuschauer gemütlich dem Schauspiel folgen. Lina Giusto

Von der Strohballen-Arena aus können die Zuschauer gemütlich dem Schauspiel folgen. Lina Giusto

Lina Giusto

«E Guete zäme» heisst das diesjährige Stück des Hoftheaters. Zum ersten Mal feiert das schweizweite Wandertheater seine Premiere auf dem Bollhof der Familie Donat, aber bereits zum siebten Mal sind die Wohler Bauern Gastgeber. Mit der Aufführung am Donnerstag läutet das Hoftheater seine 10-Jahr-Jubiläumstournee ein.

In bäuerlicher Umgebung

«Diese Theateraufführungen sind für uns etwas Spezielles. Da die Premiere bei uns stattfindet, gibt es noch keine Erfahrungsberichte», sagt Dominik Donat, Bauer des Bollhofs. Dennoch ist Donat zuversichtlich und freut sich auf das zweitägige Gastspiel. Rund 60 Billette sind für die Vorstellung am Freitag bereits reserviert. «Es hat aber noch welche», schmunzelt Donat.

Vom Futter- und Düngerlager ist nicht mehr viel zu sehen; erste Strohballen sind bereits aufgeschichtet – der Theatersaal nimmt langsam Formen an. Die Strohballen-Arena dient als Zuschauertribüne, die auch rollstuhlgängig ist. Die Remise des Bollhofs ist ebenfalls leergeräumt. Wo sonst Maschinen stehen, warten die Besen an der Wand auf ihren Einsatz für die Bodenreinigung. Das gelagerte Material kann auf dem Bauernhof der Familie Müller eingestellt werden. «Ohne Nachbarschaftshilfe können wir ein solches Projekt nicht durchführen», sagt Donat. Rund eine Woche dauert es, bis die Scheunen leergeräumt, die Bauernküche und der Theatersaal auf- und wieder abgebaut sind.

Während der beiden Aufführungstage helfen rund zwölf Personen aus dem Bekanntenkreis der Familie Donat mit, damit das Projekt rund über die Bühne geht. Einweiser für Parkplätze und an der Kasse begrüssen eintreffende Gäste, die Bedienung an der Bar verköstigt durstige und hungrige Kehlen und Helfer in der Küche unterstützen die Zubereitung von Braten und Risotto.

Eine kulinarische Komödie

Das Essen steht auch im Mittelpunkt des diesjährigen Hoftheaters: Kochen als Unterhaltungsshow. Ort des Geschehens ist die heimische Küche der kreativen und ehrgeizigen Bäuerin Maya vom Geissmättlihof. Vor laufender Kamera will sie den Bewohnern aus dem Dorf ihr Geheimrezept «Mayas Ofensäuli» zubereiten. Sie rechnet dabei aber nicht mit den Pfuschereien ihres Schwagers Eugen, einem Genforscher, der mit explosiven Methoden dazwischenfunkt und dem Kochassistenten Fränki, der mehr als nur Rüebli schälen will. «E Guete zäme» ist eine kulinarische Komödie, nach der Idee von Gabriela Lütold, die mit viel Ironie und Satire gewürzt ist.

Heute Nachmittag wird die sechsköpfige Theatertruppe zum ersten Mal in der Scheune des Bollhofs proben und die Technik einrichten. Bis dahin gibt es für die Familie Donat aber noch viel zu tun: Die Böden werden gereinigt, die Bauernküche eingerichtet, die Festbänke aufgestellt, die Scheune dekoriert und die letzten Strohballen herangeschafft.

Premiere Donnerstag, 21. Mai, um 20 Uhr, zweite Aufführung am Freitag, 22. Mai, um 20 Uhr. Die Bauernküche ist jeweils ab 18 Uhr geöffnet.

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