Wohlen
Kühlhalle auf der ehemaligen Kehrichtdeponie

Ferrowohlen AG investiert 12,5 Millionen Franken – Fresh & Frozen Food AG möchte schon Ende Jahr einziehen.

Fabian Hägler
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So soll die neue Kühlhalle der Fresh & Frozen Food AG an der Industriestrasse in Wohlen aussehen. zvg

So soll die neue Kühlhalle der Fresh & Frozen Food AG an der Industriestrasse in Wohlen aussehen. zvg

Bereits an der Medienkonferenz zur geplanten Solaranlage auf der bestehenden Halle B (az Aargauer Zeitung vom 9. März) hatten die Verantwort-lichen der Ferrowohlen über Pläne zum Bau einer neuen Halle orientiert. Nun ist klar: Auf dem Gelände zwischen Bahnlinie und Industriestrasse, wo bis Ende 2010 eine Paintball-Anlage stand, soll eine grosse Kühlhalle für die Fresh & Frozen Food AG aus Villmergen entstehen. Dies ist den Baugesuchsunterlagen zu entnehmen, die derzeit auf der Bauverwaltung Wohlen aufliegen.

Die neue Halle F, die auf der ehemaligen Wohler Kehrichtdeponie zu stehen kommt, soll laut Bauplänen gut 132 Meter lang und 60 Meter breit werden. Die Hallenfläche beträgt 8100 Quadratmeter, das Gebäude ist in fünf Teile gegliedert: Kommissionierung, Produktion/Hygienebereich, Tiefkühllager, Wareneingang, Büro und Verwaltung. Die Bereiche Kommissionierung und Produktion werden auf 2 Grad gekühlt, im Tiefkühllager werden -24 Grad herrschen.

Halle bis Frühling 2013 fertig?

Denis Kopitsis, Verwaltungsratspräsident der Ferrowohlen AG, beziffert die Baukosten auf rund 12,5 Millionen Franken. Laut den Unterlagen zum neuen Hallenprojekt ist die Bauabnahme bereits Ende November 2012 vorgesehen. Dieser Termin hat sich inzwischen auf Frühling 2013 verschoben, so Mirko Baldi, Mitgründer der Fresh & Frozen Food AG. «Eigentlich hätten wir Ende 2012 die Räumlichkeiten bei der Hero in Lenzburg, wo wir neben dem Standort in Villmergen eingemietet sind, verlassen müssen», erläutert Baldi. Nun habe man jedoch eine Verlängerung aushandeln können, «sodass wir die Zeit überbrücken können, bis die neue Halle in Wohlen steht». Kopitsis ist zuversichtlich, dass das Bauprogramm eingehalten werden kann. «Weil das ganze Gelände in der Industriezone liegt und keine Anwohner betroffen sind, hoffen wir, dass es keine Einsprachen geben wird und wir zügig mit dem Bau beginnen können.»

Baldi erklärt: «Wir werden die bisherigen Standorte in Lenzburg und Villmergen aufgeben und alles in Wohlen konzentrieren.» Damit entstehen auch weitere Arbeitsplätze. «Derzeit beschäftigen wir 78 Mitarbeiter, neu werden es gegen 100 sein», rechnet Baldi vor. Am neuen Standort wäre auch Platz für noch mehr Wachstum: Für eine allfällige Erweiterung in einem zweiten Bauschritt stehen laut Bauunterlagen 3000 Quadratmeter zur Verfügung.

Altlasten-Situation abgeklärt

Das Areal, auf dem die neue Halle gebaut wird, wurde von 1955 bis 1964 als Kehrichtdeponie genutzt. Damals wurden dort rund 120000 Kubik-
meter Siedlungsabfälle, Aushub, Bauschutt und Industrieabfälle aus dem benachbarten Gaswerk deponiert. «Wir haben schon vor einem Jahr mit dem Kanton Abklärungen getroffen, ob wir dort bauen können», sagt Kopitsis. Die Behörden gaben grünes Licht, weil der Standort im Altlastenkataster als überwachungspflichtig, aber nicht sanierungsbedürftig verzeichnet ist.

Baugrunduntersuchungen durch die spezialisierte Firma Holinger AG, Luzern, ergaben im Januar, dass mit dem Neubau der Kühlhalle die Oberfläche des Areals versiegelt und «eine Auswaschung der Schadstoffe aus der Deponie reduziert» würde. Klar ist laut den Baugesuchsunterlagen aber auch, dass der Aushub fachgerecht sortiert und entsorgt werden muss. Auch das Deponiegas muss in einem Drainagesystem gefasst, abgesaugt und eventuell abgefackelt werden. Und die frühere Deponie bietet eine weitere Schwierigkeit: Weil der Baugrund relativ instabil ist, muss die Halle auf Pfählen erstellt werden.