Wohlen

Küttel Radsport erlebt wegen Corona Ansturm – nun kämpft das Geschäft mit Lieferproblemen

Der Laden von Arno und Gaby Küttel ist leerer als sonst.

Der Laden von Arno und Gaby Küttel ist leerer als sonst.

Viele Leute wollen in Zeiten der Pandemie ihre Sommerferien in der Schweiz verbringen. Am liebsten auf dem Velo. Doch das ist nicht immer einfach – weil der Ansturm derart gross ist, hat Küttel Radsport in Wohlen mittlerweile mit Lieferproblemen zu kämpfen.

Die Coronakrise hat die Sommerferienpläne von vielen Aargauerinnen und Aargauern in den letzten Wochen durcheinandergewirbelt. Statt ins Flugzeug zu sitzen und ans Meer zu fliegen, entdecken viele nun stattdessen die Schönheiten der Schweiz. Auf dem Plan steht Wandern – und vor allem Ausflüge mit dem Velo. Die Velobranche gehört eindeutig zu den Gewinnern der Coronakrise. Viele Velohändler erlebten einen regelrechten Ansturm an Kundschaft, wie eine kürzliche Umfrage bei einer Handvoll Fachgeschäften im Freiamt zeigt.

Eines davon ist Küttel Radsport in Wohlen. Die Inhaber Arno und Gaby Küttel hatten in den vergangenen Wochen viel zu tun. «Man spürt sehr, dass die Menschen vermehrt wieder aufs Velo sitzen, weil sie nun Zeit haben. Viele holten auch ihr Velo nach langer Zeit wieder aus dem Keller und liessen einen Service machen», sagt Gaby Küttel. Der plötzliche Boom ist zwar aus Sicht der Veloshops angenehm, trotzdem gibt es Schwierigkeiten. Die Verfügbarkeit an neuen Velos ist aktuell stark reduziert.

Küttel sagt: «Es kann durchaus sein, dass der Kunde je nach gewünschtem Modell zwei bis drei Monate auf ein Velo warten muss.» Viele der Komponenten der Geräte werden in Asien, speziell in China, produziert. Nun spüre man die Auswirkungen des dortigen Corona-Lockdowns im Frühling. «Weil die Firmen teilweise wochenlang nicht arbeiten konnten, wirkt sich dies jetzt auf die Lieferzeiten aus», erklärt Gaby Küttel.

Kunden zeigten nicht immer Verständnis

Im Laden stehen derzeit deutlich weniger Velos zur Ansicht bereit als sonst. Die Verkaufsfläche bietet mehr freien Platz. «Normalerweise wäre jetzt hinten alles voll mit Velos, nun sind nur wenige da», sagt Küttel. Die allgemein schwierigen Lieferzeiten im Velohandel würden nicht alle Kundinnen und Kunden verstehen.

«Ab und zu merkt man den Frust, wenn die Leute bereits andere Geschäfte aufgesucht hatten und auch bei uns keinen Erfolg haben.» Besonders begehrt seien E-Bikes und City-Bikes, aber auch das Sortiment an günstigeren Kindervelos stosse auf Anklang.

Ähnliche Erlebnisse wie die Freiämter Velohändler erfahren auch deren Kollegen im Seetal. Roland Fischer, Geschäftsführer von Zweiradsport Fischer, spürte einen markanten Umsatzzuwachs und sagte diese Woche bei Tele M1: «Am Anfang des Jahres dachte ich, ich hätte vielleicht eher zu viel eingekauft. Jetzt war es mein Glück, dass es nur wenige Velos auf dem Markt hatte. Wir konnten das Lager extrem ausräumen. Wir hatten noch nie so wenige Velos um diese Jahreszeit. Es war eine strube Zeit und hat Nerven gekostet. Aber dies ist jammern auf hohem Niveau.»

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