Buttwil

Kündigungswelle an der Schule: Die Hälfte der Lehrkräfte geht

Die Hälfte der bisherigen Lehrkräfte wird das Schulhaus Buttwil verlassen. Die Schulpflege arbeitet an der Nachfolge. Eddy Schambron

Die Hälfte der bisherigen Lehrkräfte wird das Schulhaus Buttwil verlassen. Die Schulpflege arbeitet an der Nachfolge. Eddy Schambron

9 von 18 Lehrkräften an der Schule Buttwil haben gekündigt, darunter auch langjährige. Die Schulpflege wird bei der Aufarbeitung der Situation vom Departement Bildung, Sport und Kultur begleitet.

9 von 18 Lehrkräften an der Schule Buttwil haben gekündigt, darunter auch langjährige. Ebenfalls die Kündigung eingereicht hat Schulleiterin Susann Müller. «Die Gründe für die Personalabgänge sind individuell unterschiedlich», sagt Annelie Kramis, Präsidentin der Schulpflege. Eine gewisse Fluktuation sei normal, aber für die Schulpflege habe sich diese Kündigungswelle so nicht abgezeichnet. «Unser Ziel ist es jetzt, das Schuljahr gut zu Ende zu bringen und das kommende Schuljahr gut aufzugleisen.» An der Situation «keine Freude» hat Gemeindeammann Stefan Gisler. Allerdings fällt die Schulhoheit nicht in den Einflussbereich des Gemeinderates. «Der Gemeinderat hat in Schulfragen keine Befugnisse».

Kramis versteht die Eltern, dass sie verunsichert sind. «Natürlich werden wir die Situation aufarbeiten und nächste Woche die Eltern wieder informieren.» Dabei könne die Schulpflege auch auf die Begleitung des Departements Bildung, Kultur und Sport zählen. «Wir arbeiten nicht im luftleeren Raum, wir haben Unterstützung.»

Eltern mit vielen Fragen

Angefragte Lehrkräfte hüllen sich in Schweigen, Schulleiterin Susann Müller verweist an die Schulpflegepräsidentin. Weniger zurückhaltend sind Eltern, die aber ihre Namen nicht in der Zeitung lesen wollen. Es wird etwa bemängelt, dass der altersdurchmischte Unterricht nicht gut funktioniert. «Da wird manchmal das Beherrschen eines Lehrstoffes vorausgesetzt, der nicht stufenadäquat ist», meint eine Mutter. Eine andere kritisiert anhand verschiedener Beispiele pädagogische Fehler. «Es gibt Kinder, die weinen, wenn sie in die Schule müssen.» Vor allem kommt aber immer Machtlosigkeit ins Gespräch: Klärungsbedarf werde von der Schulpflege mit dem Hinweis ignoriert, sich doch besser gleich mit der betroffenen Lehrperson in Verbindung zu setzen. «Nur nützt das beim dritten Mal nicht mehr als beim ersten Mal.» Eltern sollen sogar ans Departement Bildung, Kultur und Sport gelangt sein. Kramis ist es wichtig, dass Eltern den Instanzenweg der Schule einhalten. «Wir als Schulpflegerinnen sind zuständig für die langfristige strategische Ausrichtung der Schule. Unterrichtsspezifische Fragen sind Sache der jeweiligen Lehrperson und der Schulleitung.

Folge von Sparmassnahmen

An der Schule Buttwil unterrichten 18 Lehrkräfte rund 120 Schülerinnen und Schüler. Seit August 2015 werden die Kinder altersdurchmischt unterrichtet, nach einer Übergangsfrist mittlerweile in vier Gruppen (zwei Klassen mit Kindern der 1. bis 3. Klasse und zwei mit Kindern der 4. bis 6. Klasse). «Das ist anspruchsvoll. Das muss man als Lehrperson auch wollen, das ist vielleicht schwieriger, als einstufige Klassen zu führen», sagt Kramis.

Auf der Gemeindewebsite hält die Schulpflege fest, dass die Schule Buttwil «aus Spargründen des Kantons» gezwungen wurde, Klassen zusammenzu- legen. «Dies nahmen wir zum Anlass, unsere Schule pädagogisch sinnvoll und strukturell stabil umzugestalten.» Die Lösung war die Mehrklassenstruktur mit drei Jahrgängen und im altersdurchmischten Lernen. «Wir gehen gemeinsam vorwärts. Wir fördern eine Atmosphäre, in der alle gerne arbeiten. Wir schaffen Zeit und Raum für gemeinsame Aktivitäten», heisst es im Leitbild. Das scheint im Moment eher Wunsch als Wirklichkeit. Ein Silberstreifen am Horizont zeichnet sich aber ab, wie Kramis feststellt: «Für einen grossen Teil der gekündigten Stellen sind die Einstellungsformalitäten bereits am Laufen.»

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