«Leider kann ich meinen Namen nicht nennen», schreibt ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin, «ich befürchte, meine Stelle zu verlieren.» Was in den Alterszentren abgehe, sei weder zum Wohl der Pensionäre noch des Personals, steht im Protestschreiben. Der Vorstand des Gemeindeverbandes kehre Betriebsanalysen unter den Teppich und man vertreibe die zwei Heimverantwortlichen, die einen enormen Einsatz leisteten, aus den Alterszentren.

In den zwei Alterszentren wohnen 140 Pensionäre und arbeiten rund 160 Leute, viele in Teilzeit.

Leiterinnen auf Stellensuche

Die zwei Leiterinnen Raphaela Bootz (Alterszentrum Burkertsmatt, Widen) und Elke Hönekopp (Alterszentrum Bärenmatt, Bremgarten) sind bei Personal und Pensionären gleichermassen beliebt. Beide haben in der Öffentlichkeit einen guten Ruf, sie gelten als kompetent und fürsorglich. Bootz, seit vier Jahren Zentrumsleiterin in Widen, hat auf Ende Oktober 2012 gekündigt. Hönekopp, die seit zweieinhalb Jahren das Zentrum Bremgarten leitet, kündigte per Ende September. Beide sind auf Stellensuche.

«Vertrauensmangel»

Warum gehen die beiden Leiterinnen weg? «Uns fehlt das Vertrauen in die Leute des Verbandsvorstands», sagen Elke Hönekopp und Raphaela Boots, «zudem erfuhren wir von der Verbandsspitze praktisch keine Wertschätzung und keinen Rückhalt.» Mehrere Vorkommnisse hätten das Vertrauen erschüttert. Zum Beispiel habe der Vorstand kaum reagiert, als die Zentrumsleitungen bei Befragungen von Mitarbeitenden und Pensionären durch externe Fachleute gut benotet worden seien. Erfreuliche Resultate für Mitarbeitende und Zentrumsleitungen, nicht aber für den Vorstand, hätten auch bei einer Betriebsanalyse resultiert. Eine Reaktion der Verbandsspitze sei ausgeblieben.

Ausserdem brachten die beiden Leiterinnen in Erfahrung, dass der Vorstand ihre Zuständigkeiten und Kompetenzen beschneiden wollte. «Dabei», so Bootz und Hönekopp, «war es der gleiche Vorstand, der uns beauftragt hatte, das Funktionsdiagramm zu optimieren und zu verbessern, die Zuständigkeiten anzupassen. Das haben wir denn auch auftragsgemäss getan.»

Sehr enttäuschend sei im Übrigen, dass der Vorstand bei Konflikten und Problemen, die es in Grossbetrieben immer wieder gebe, nie das direkte Gespräch gesucht habe.

«Schwierige Situation, aber lösbar»

Am 1. August nimmt der 59-jährige Otto J. Zeller (Unterentfelden) die Arbeit als neuer Geschäftsführer des Gemeindeverbandes Regionale Alterszentren auf. Eine seiner vordringlichsten Aufgaben wird sein, Ausschau nach neuen Verantwortlichen der zwei Alterszentren zu halten. «Die Situation ist schwierig, aber lösbar», sagt Zeller. Er sei «sturmerprobt» und recht zuversichtlich.

Der Verbandsvorstand will den Medien nächste Woche eine Stellungnahme zum Konflikt und über das weitere Vorgehen zukommen lassen.