Lukas Walde weiss, warum nicht jede Rübe kerzengerade wächst: «Im Acker hat es Steine, deshalb sind manche krumm.» Das tönt banal, ist aber für Grossabnehmer oft ein Problem. Sie möchten in den Regalen lieber Gemüse, wie es in Kinderbüchern gezeichnet wird; symmetrisch und formschön.

«Wenn wir den Kunden direkt erklären können, wo das Gemüse gewachsen ist und warum es vielleicht etwas anders aussieht, schafft das mehr Verständnis», sagt Walde, einer von drei Bauern der Hofgemeinschaft Natur Manufaktur. Denn qualitativ stehen die krummen Rüebli ihren formschönen Geschwistern in nichts nach.

Gemüse direkt vom Bauernhof

Die Trennlinie zwischen Produzent und Verbraucher auflösen, den Leuten zeigen, welche Kompromisse Bauern eingehen müssen und sie direkt mit regionalem Biogemüse versorgen, das möchte die Hofgemeinschaft Natur Manufaktur aus Eggenwil. Deshalb haben sie ein neues Angebot geschaffen: Ab Mai gibt es das biologisch angebaute Saisongemüse im Abo.

Wöchentlich erhält der Kunde dann eine kleine Tasche (für 1 bis 2 Personen, 20 Franken), eine grosse Tasche (für 2 bis 4 Personen, 30 Franken) oder eine individuell zusammengestellte Tasche.

Die Lieferung kommt jeweils am Freitag direkt vor die Haustüre oder zum Abholen im lokalen Depot. Diese wird es in Wohlen und Bremgarten geben. Geliefert wird 15 Kilometer rund um Eggenwil. Wer nicht im Abo bestellen möchte, kann jeweils Dienstagabend oder Samstagmorgen im Hofladen vorbeikommen.

Fenchel, Blumenkohl, Broccoli, Zwiebeln, Zucchetti, Schwarzwurzeln, Kefen, Stangenbohnen und Salate – saisonal und abwechslungsreich sollen die Gemüsetaschen werden. Auch (teilweise zugekauftes) Sommergemüse wie Tomaten, Peperoni oder Chili sind im Sortiment.

Auf dem 22 Hektaren grossen Hof werden ausserdem Mohn und Leinblumen angebaut und zu Öl verarbeitet. «Es werden auch immer wieder Gemüsesorten im Sortiment sein, die man nicht mehr so kennt», sagt Bauer Adrian Frei. Praktisch: Dazu werden Rezeptvorschläge geliefert, damit auch aus unbekanntem Gewächs ein leckeres Menü wird.

Gemeinschaftlich organisiert

Die Natur Manufaktur besteht aus drei Bauern – Augustin Frei, sein Sohn Adrian und Lukas Walde – und zahlreichen weiteren Mitwirkenden. «Wir sind gemeinschaftlich organisiert, es gibt keinen Chef im traditionellen Sinn», erklärt Adrian Frei. Ziel sei es, dass die Leute auch im Betrieb vorbeischauen oder sogar mitarbeiten, sodass sie volle Transparenz über den Herstellungsprozess erhalten.

Der Hof ist momentan eine sogenannte Umstellungsknospe – seit einem Jahr wird bereits biologisch produziert, allerdings dauert es zwei Jahre, bis sich ein Betrieb, der von der konventionellen Anbauweise umgestellt hat, Biobetrieb nennen darf.