Uezwil
Krippe auf dem Bauernhof: «Hüehnernäscht» für Agropreis 2017 nominiert

Kühe füttern und bei den Hühnern die Eier einsammeln: Die Kinderkrippe Hüehnernäscht ist schweizweit eine Innovation. Wenn sie den Agropreis gewinnt, könnte sie 20 000 Franken abräumen.

Andrea Weibel
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Innovationen sind es, was die Emmental Versicherung und der Bauernverband suchen. Also Ideen, die aus dem, was zur Verfügung steht, ganz Neues hervorbringen, das marktfähig ist und neue Perspektiven für Landwirtschaftsbetriebe bietet.

Da sind sie bei Sandra Schmid Koch und Peter Koch auf ihrem Bauernhof oberhalb von Uezwil goldrichtig. Die beiden haben ihren gesamten Hof so umgestellt, dass er täglich von bis zu einem Dutzend Kindern bevölkert werden kann – und das neben den 6000 Mastpoulets, rund 60 Stück Aufzucht- und Mastvieh sowie den 14 Hektaren Land, die die Familie beackert.

«Hier wurde das Bedürfnis erkannt: Immer mehr Eltern suchen eine Tagesbetreuung für ihre Kinder. Der Hof ist so umgebaut worden, dass er diesem Bedürfnis entspricht», erklärt Jurymitglied Christian Buser. «Und zwar in seiner ganzen Konsequenz, denn vor allem, was die Sicherheit angeht, ist es nicht einfach, auf einem Hof, auf dem mit schweren Maschinen gearbeitet wird, eine Kinderkrippe einzurichten. Das hat die Familie unserer Meinung nach vorbildlich gelöst.»

So hat es das Ehepaar aus rund 50 bis 60 Bewerbungen unter die vier Finalisten für den Agropreis 2017 geschafft. Mit ihnen nominiert wurden ein Appenzeller Biermischgetränk-Hersteller, eine jurassische Familie, die Algen züchtet, sowie eine Burgdorfer Shrimpfarm.

Positive Hof-Erfahrungen

«Uns freut die Nominierung sehr», sagt Sandra Schmid. Sie ist überzeugt vom Konzept der Kinderbetreuung auf dem Bauernhof: All die positiven Erfahrungen, die die Kinder sammeln können, würden ihnen fürs Leben bleiben.

«Sie helfen auch beim Füttern und Misten der Kleintiere, dürfen die Eier der Hühner einsammeln, sehen die grossen Fahrzeuge und sind sehr viel draussen», erklärt die diplomierte Bäuerin und Kindergärtnerin, die vor zwölf Jahren ihre Kita eröffnet hat. «Aber wir verheimlichen auch nichts, sie wissen, dass die Bibeli einmal geschlachtet werden müssen, wenn man beispielsweise Chicken-Nuggets essen will.»

Diesen Frühling konnte das neue Gebäude eingeweiht werden, das nun die Kinderkrippe beherbergt (AZ berichtete). Nun können die Betreiber und die Kinder bereits nochmals jubeln.

«Ich habe mir schon oft überlegt, uns für den Preis zu bewerben, aber erst dieses Jahr fand ich, dass alles passt. Es ist wunderbar, dass das auch die Jury so sieht», erzählt Schmid lachend. Am 2. November wird die Preisverleihung im Kursaal in Bern durchgeführt. «Einige Kinder und ihre Eltern werden uns begleiten, auch das freut mich sehr.»

Neben dem Hauptpreis, der mit 20 000 Franken dotiert ist, gibt es Publikums-, Saal- und weitere Preise zu gewinnen. Infos unter www.agro-preis.ch.

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