Bremgarten

Kreuzplatz wird mit 125 Namen geschmückt

In Bremgarten haben sich viele Einwohner sich mit einer Gravur auf dem Kreuzplatz in Bremgarten verewigen lassen.

Die Köpfe sind gesenkt und die Blicke schweifen suchend über den Boden. «Hast du deinen schon gefunden?», tönt es in den Gassen. Dutzende Menschen tummeln sich beim Kreuzplatz in Bremgarten. Sie alle haben etwas gemeinsam: Ihr Name schmückt von nun an den Platz vor der Spitex in der Altstadt direkt bei der Reuss.

Am vergangenen Samstagnachmittag wurde die neue Strassenpflästerung beim Kreuzplatz eingeweiht. Auch für Stadtammann Raymond Tellenbach war das ein besonderer Anlass. Dazu hielt er nicht einfach eine gewöhnliche Rede, nein, er erzählte den Anwesenden ein Märchen.

Es war die Geschichte eines Stadtammanns, dem sein Städtchen sehr am Herzen lag und das nun noch weiter verschönert werden sollte. Dafür kam nur Schweizer Qualität infrage. «Er suchte lange nach geeigneten Steinen und sandte Kundschafter in alle vier Windrichtungen aus», so Tellenbach.

Erst der letzte Kundschafter habe die «Guber»-Natursteine aus Alpnach entdeckt, die den Stadtammann überzeugen konnten.

Doch irgendetwas fehlte noch: «Als nun der Stadtammann an einem schönen Maientag sein Büronickerchen hielt, fiel ihm der Stein der Weisen auf den Kopf.» Dieser habe rasch seine Wirkung gezeigt und ihn auf eine Idee gebracht: «Ich muss einige Steine gravieren lassen.»

Einen Stein gibt es zum Geburtstag

Gesagt, getan. Und so startete der Stadtrat von Bremgarten im vergangenen Sommer eine Aktion: Wer sich für immer in Bremgarten verewigen wollte, konnte für 350 Franken einen eigenen Pflasterstein kaufen und gravieren lassen.

125 solcher einzigartigen Stücke schmücken nun den Boden des Platzes beim Brunnen am Knotenpunkt Reuss-, Schenk- und Spiegelgasse.

Zwei davon gehören Gabriela Dolder und Otmar Haas aus Rottenschwil. Dolder hatte keine Ahnung, weshalb ihr Partner sie am vergangenen Samstag nach Bremgarten lockte – die Steine waren eine Überraschung. «Ich habe im Internet von dieser Aktion gelesen und hatte noch kein Geburtstagsgeschenk für sie», erzählte Haas. Leider seien die Steine an ihrem Geburtstag im November noch nicht gelegt worden und so musste sie sich bis am vergangenen Wochenende gedulden.

«Ich habe immer wieder Hinweise von ihm erhalten: Badenersteine zum Geburtstag, ein Bild von Pflastersteinen oder von diesem Brunnen hier auf dem Platz. Doch ich hatte keine Ahnung», erzählte sie lachend und freute sich über die beiden gravierten Steine, die nun nebeneinander den Platz schmücken.
Viele der Anwesenden hielten den eigenen Stein mit der Smartphonekamera fest.

Ganz stolz posierten auch der sechsjährige Felix und seine vierjährige Schwester Ida für ein Foto mit dem Stein der «Horat Innendekorationen AG.» «Den mussten wir natürlich anschauen», erzählt die Mutter der beiden, Manuela Keusch-Horat mit einem Schmunzeln.

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