Muri
Kreisel Muripark für Velofahrer zu gefährlich – Abbiegespur soll verschwinden

Einwendung gegen Kreisel Muripark in Muri verlangt Gutachten und mehr Sicherheit für Langsamverkehr. Der Kreisel sie für Langsamverkehr zu gefährlich und hätte so gar nicht gebaut werden dürfen, so der Einwender Hans Wipf.

Eddy Schambron
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Die Abbiegespuren, ein Element des Turbokreisels, will der Kanton beibehalten, der Einwender beseitigen lassen.

Die Abbiegespuren, ein Element des Turbokreisels, will der Kanton beibehalten, der Einwender beseitigen lassen.

Eddy Schambron

Zuerst war es ein normaler Kreisel. Bis der Stau kam. Dann machte der Kanton einen Turbokreisel daraus. Bis es Unfälle mit Velofahrern gab. Jetzt lag das Projekt Kreisel Coop Muripark in Muri auf, ohne Turboelemente, aber mit verbleibenden drei Abbiegespuren, sogenannte Bypässe.

Doch genau diese müssen verschwinden, fordert der Murianer Architekt und Velofahrer Hans Wipf in seiner Einwendung gegen das Projekt. Sollte die Bauherrschaft auf die zusätzlichen Abbiegespuren nicht verzichten, «ist ein unabhängiges Gutachten über die Sicherheit des Langsamverkehrs durch die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) erstellen zu lassen.» Kommt dieses zum Schluss, dass die Sicherheit des vorliegenden Projektes zu Lasten des Langsamverkehrs verschlechtert wird, soll der Kreisel auf die Knotenform vor 2018, in einen einfachen Kreisel, zurückgebaut werden.

Der Einwender befasst sich aus eigener Betroffenheit durch einen erlebten Unfall als Velofahrer mit dem Kreisel und bemängelt, dass der Kreisel für den Langsamverkehr zu gefährlich sei. Zum gleichen Schluss kommt eine Erhebung der Ballmer + Partner AG, Aarau, über das Verkehrsaufkommen und das Fahrverhalten vom Juni 2019: «Die Situation ist für die Velo- und Mofafahrer als gefährlich und unbefriedigend zu beurteilen.» Alle Unfälle im Kreisel seien direkt oder indirekt auf falsches Einbiegen von Motorfahrzeugen zurückzuführen.

«Krasser» Widerspruch zu geltenden Normen

Wipf ist zudem überzeugt, dass der Turbokreisel den Normen des Schweizerischen Verbandes der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) «derart krass» widerspricht, dass er «nie als solcher auch versuchsweise hätte gebaut werden dürfen». Die separate Führung des Langsamverkehrs über den Turbokreisel würde fehlen. Er hat deshalb bereits im April letzten Jahres eine entsprechende Eingabe beim BVU gemacht. Im Oktober teilte der Kanton mit, nach der Versuchsphase und weiteren Abklärungen werde die definitive Verkehrsführung ohne Turboelemente mit einer gewohnten, einfachen Kreiselfahrbahn ausgeführt. Allerdings würden die Markierungen bei den Einfahrten, die ein direkteres Abbiegen erlauben, beibehalten. «Damit kann gegenüber der ursprünglichen Kreiselform eine leichte Leistungssteigerung erreicht und damit die Stausituation in Muri etwas entlastet werden», hielt Daniel Schwerzmann von der Abteilung Tiefbau fest. So ging das Projekt in die öffentliche Auflage.

«Sicherheit des Langsamverkehrs nicht untersucht»

«Die Sicherheit des Langsamverkehrs (Fussgänger, Mofa und Fahrrad) wurde nicht untersucht», kritisiert allerdings Wipf und fordert, das sei von Amtes wegen nachzuholen. Der Kreisel könne mit zu hohem Tempo befahren werden. «Das Projekt kann in der vorliegenden Form nicht genehmigt werden.» Es widerspreche der Schweizer Norm, dem kantonalen Richtplan, der «mobilität AG», den Empfehlungen der BfU sowie dem Leitbild und Kommunalen Gesamtverkehrsplan der Gemeinde Muri.

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