Fischbach-Göslikon
«Krass, wie schwarz hier alles war»: Restauration der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ist auf Kurs

Im Moment wird noch daran gearbeitet. Dennoch ist die millionenteure Restauration der kulturhistorisch wertvollen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Fischbach-Göslikon im Zeitplan.

Marc Ribolla
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Das Kircheninnere strahlt wieder ganz in Weiss.

Das Kircheninnere strahlt wieder ganz in Weiss.

Bilder: Marc Ribolla

Die Kirchturmuhr steht still in Fischbach-Göslikon. Dabei verrät sie als Einzige, dass die Sanierung der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt noch nicht ganz fertig ist. Die Bauabdeckungen und klobigen Stahlgerüste im Innern und rund um die Kirche sind bis auf eine Ausnahme alle verschwunden. Der frisch renovierte Turm mit den neuen Schindeln lässt das Herz jedes Kirchenliebhabers höherschlagen. Seit Mai ist die Renovation der Kirche, die noch bis kommenden April dauert, im Gang. Die Halbzeitmarke ist also vorbei. Bei einem Besuch mit Kirchenpflegepräsident Daniel Schambron zeigt er sich erfreut über den Fortschritt.

Bis zu vier Stuckateure waren gleichzeitig am Werk

Er zeigt auf eine Stelle am Gewölbe, an dem noch ein dunkler, knapp bierdeckelgrosser Fleck prangt. «Es ist krass, wie schwarz hier alles war. Erst jetzt erkennt man die Bilder mit ihren Details und die Farben wieder», sagt Schambron. In der Tat erscheint die Kirche nun deutlich heller. In den vergangenen Monaten waren drei bis vier Stuckateure als Fachexperten oder «Künstler», wie Schambron sie bezeichnet, mit ihren feinen Pinseln beschäftigt.

Damit die Farbmischung möglichst exakt den Originalzustand ergibt, wurden extra Laborproben analysiert. «Wir sind perfekt im Zeitplan. Alles war sehr gut vorbereitet, weil wir genügend Vorlaufzeit hatten. Der obere Bereich der Kirche ist grösstenteils bereits fertig. Nun folgen noch die Arbeiten an den Altaren, den Seitenwänden, dem Boden und den Bänken», sagt Schambron.

Daniel Schambron zeigt eine der aufwendig restaurierten Stellen.

Daniel Schambron zeigt eine der aufwendig restaurierten Stellen.

Bilder: Marc Ribolla

Rund zwei Millionen Franken investiert die katholische Kirchgemeinde Fischbach-Göslikon in die 1676 eingeweihte Kirche. Diese steht seit fast 100 Jahren unter eidgenössischem Denkmalschutz. Aus Bern erhielt Schambron denn auch positive Nachrichten. «Die eidgenössische Denkmalpflege hat ihren Unterstützungsbeitrag von 150'000 auf 180'000 Franken nachgebessert. Das ist eine schöne Überraschung», sagt er.

Einen sehr grossen Batzen steuert auch die Ernst-Göhner-Stiftung in Zug bei. Sie beteiligt sich mit 150'000 Franken. «Dass eine Stiftung einen solch hohen Betrag bezahlt, ist sehr selten. Es ist ein Zeichen der Wertschätzung für unsere Kirche, die eine historisch ähnliche kulturelle Bedeutung wie das Kloster Muri hat», sagt Daniel Schambron.

Bischof Gmür weiht die Kirche im Mai neu ein

Eigentlich war im Oktober ein Tag der offenen Tür für die Bevölkerung geplant. Dieser musste wegen der Coronapandemie abgesagt werden. Damit die Bevölkerung trotzdem eine Ahnung von den Sanierungsarbeiten bekommt, wird ein Film ­produziert, der die ganze Renovation dokumentiert. «Im Sommer feiert er an einer öffentlichen Veranstaltung Premiere», freut sich Schambron.

Schon vorher erhält die Kirche die Weihe. Der Festakt ist auf den 16. Mai 2021 angesetzt, dazu reist Bischof Felix Gmür persönlich aus Basel nach Fischbach-Göslikon. «Die Weihe wird auf jeden Fall stattfinden. Schlimmstenfalls nur in kleinem Rahmen mit einer Videoübertragung», so der Kirchenpflegepräsident. Als erster grosser Gottesdienst ist am 30. Mai die Erstkommunion geplant.