«New Graceland»

Krach im Hundeheim: Wer hat die 37'000 Franken in bar «eingesteckt»?

Hundeheim New Graceland: Ex-Vizepräsident soll Spendengelder veruntreut haben

Hundeheim New Graceland: Der Ex-Vizepräsident soll Spendengelder veruntreut haben – der Bericht zum Prozess von Tele M1.

Vor dem Bezirksgericht Muri trafen sich eine Hundeheimleiterin und ein Vorstandsmitglied mit harten Vorwürfen. 37'000 Franken Bargeld sollen in private Taschen geflossen sein.

Es ging um einen Verein, der eine Auffangstation für Hunde betreibt, um eine reiche Frau, die diesen seit Jahren mit namhaften Beträgen unterstützt, um eine Präsidentin, die ein früheres Vorstandsmitglied beschuldigte, bar von der Spenderin anvertrautes Geld unrechtmässig verwendet zu haben, und um einen Beschuldigten, der jede Schuld von sich wies.

Der ehemalige Vertraute der Präsidentin konnte 100'000 Franken für den Verein bei der Bank beziehen, 50'000 Franken davon in bar. Dafür hatte er von der Spenderin eine Vollmacht erhalten, «erschlichen», wie der Anwalt der Anklägerin, des Vereins, ausführte. Diese 50'000 Franken legte er nach seinen Aussagen in einem dicken Couvert auf den Tisch der Präsidentin, die diese Barauszahlung gewünscht habe. Doch diese erklärt, sie habe nur 13'000 Franken erhalten und in den Tresor gelegt, 37'000 Franken seien wohl in die Tasche des früheren Vizepräsidenten geflossen. Rasch stellte sich bei der gestrigen Verhandlung vor dem Bezirksgericht Muri unter dem Präsidium von Simone Baumgartner heraus, dass Aussage gegen Aussage steht. Die Präsidentin erklärte, Geld der edlen Spenderin seien immer über Bankkonten geflossen, jedenfalls so lange, bis der Angeschuldigte sich die Vollmacht geangelt habe. Dieser wiederum meinte, dass «dieses Couvert nicht das erste war, das so gelaufen ist.» Eine Quittung über die Geldübergabe hat weder der Überbringer verlangt noch die Empfängerin von sich aus ausgestellt.

Buchhaltung mit «Fresszetteln»

Überhaupt scheint die Buchhaltung des buchhaltungspflichtigen Vereins eine etwas spezielle zu sein, obwohl von einer «bestens qualifizierten Buchhalterin geführt», wie der Anwalt der Klägerin betonte. Der Verteidiger des Angeklagten sprach eher von «Gebastel, nett ausgedrückt». Statt Belege seien «Fresszettel» abgelegt, Einkünfte mit Ferienhunden schlicht nicht verbucht und «Daten frei nach Gebrüder Grimm» erfasst worden. Wie anders sei zu erklären, dass «zum Beispiel Honig und Butter, Käse, Silberpolierpaste über das Konto des Vereins» bezahlt wurden. «Oder Essen in Restaurants, Kaffeekränzli in der Bäckerei oder 36 Flaschen Rotwein aus Spanien.» Man müsse sich vielmehr fragen, ob da nicht ungetreue Geschäftsführung der Präsidentin das Thema sei, «es ist ja kaum vorstellbar, dass Hunde Vorzugsbutter, Kartoffeln, Schokolade und Schwedenbitter für ihre Vitalität nutzen.» Es gebe Anhaltspunkte, die zeigten, dass im vorliegenden Fall eher die Präsidentin als Täterin in Frage komme.

Angesichts der vorgerückten Stunde beantragten die Anwälte eine schriftliche Urteilsverkündung, obwohl Gerichtspräsidentin Simone Baumgartner das Urteile gerne noch gleichentags mündlich verkündet hätte. Wen das Urteil und der Knatsch um nicht nur 37'000 Franken überhaupt nicht interessiert? Die Hunde im Heim.

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