Der Aus- und Neubau des Schulzentrums Halde ist beschlossen. Endlich erhält die Schule Wohlen den dringend benötigten neuen Schulraum. Doch damit ist es längst nicht getan, wie Schulpflege und Schulleiterkonferenz in ihrem Zusatzbericht zum Jahresbericht schreiben. Darin blicken sie in die Zukunft. Sie sind natürlich froh über den neuen Schulraum. Doch dass dieser Ausbau «auf dem flächenmässig kleinsten Schulzentrum» durchgeführt wird, «bereitet der Schulführung nach wie vor Unbehagen». Sie sehen grosse Sicherheitsrisiken für die Schüler sowie hohe Zusatzkosten für Provisorien auf die Gemeinde zukommen. Denn der Aus- und Neubau des Schulzentrums Halde reiche bei weitem nicht, um alle Probleme zu lösen.

In Anglikon wird ein neuer Doppelkindergarten nötig, und im Hinblick auf den Lehrplan 21 werden auch andere Kindergartenräume zu klein sein und müssen ausserdem saniert werden. Die Gesamtsituation der Kindergärten müsse möglichst bald betrachtet und es müssen Massnahmen getroffen werden.

Idee: Tagesschulzentrum?

Auch die Räume für die Tagesstrukturen sind ungenügend. «Der gesamte Bereich Tagesstrukturen ist schnellstmöglich und fundiert zu diskutieren», schreiben die Schulverantwortlichen. Auch ein mögliches Tagesschulzentrum, also ein Zentrum, in dem all jene Kinder unterrichtet werden, die einer Ganztagesbetreuung bedürfen, müsse in die Überlegungen mitaufgenommen werden. Die Schulhauseinteilung der Schüler werde ebenfalls immer unbefriedigender und führe zu immer mehr Unbehagen seitens der Eltern, weil die Kinder nicht mehr immer ins ihnen nächste Schulhaus eingeteilt werden können. Das wiederum führt – neben vielem anderem – zu Mehrbelastungen der Schulleiter und des Sekretariats. In Letzterem fehlen mindestens 190 Stellenprozent, heisst es im Bericht. Und auch die Gesamterneuerung der Informatik per 2023/24 sowie eine Stellenerhöhung von 100 Prozent in der Schulinformatik müssen angegangen werden.

Bedarf aus 40 Jahren

Der grösste Brocken, der derzeit auf die Schule Wohlen zukommt, ist der enorme Sanierungsbedarf, der «sich teilweise über die letzten 40 Jahre aufgestaut hat». Hier wird mit Kosten von 40 bis 50 Mio. Franken gerechnet. Dafür sei unabdingbar, dass für die Schule Wohlen «umgehend und langfristig eine stete gemeinderätliche Schulraumkommission eingesetzt wird». Denn künftig müsse dringend vermieden werden, dass Schulraumfragen zu spät angegangen werden. Ein solch enormer Sanierungsbedarf, wie er derzeit vor der Gemeinde liege, hätte mit einer stetigen Planung und Umsetzung vermieden werden können. Jetzt müssten Schulpflege, Schulleitungen, Gemeinderat, Einwohnerrat und Bevölkerung zusammenarbeiten.