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Kosenamen für Herzilein: «Schatz» führt die Hitliste an

Am heutigen Valentinstag bekommen aber auch «Müsli», «Bussi», «Pupsi» oder «Tiger» Blumen oder Pralinés.

Loredana di Fronzo
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Blumengeschäfte, wie das «Longi Florum» in Sarmenstorf, haben zu Ehren des Valentinstags auch dieses Jahr alles gegeben. Den Feiertag selber haben aber nicht die Blumenhändler ins Leben gerufen.LD

Blumengeschäfte, wie das «Longi Florum» in Sarmenstorf, haben zu Ehren des Valentinstags auch dieses Jahr alles gegeben. Den Feiertag selber haben aber nicht die Blumenhändler ins Leben gerufen.LD

Loredana Di Fronzo

«Mausi», «Maus» oder «Mäuserich» – Kosenamen können zünftig auf den Wecker gehen. Für viele Leute sind sie jedoch das Tollste auf der Welt und lösen permanent Entzücken aus. «Müsli», «Herzblatt», «Bussi», «Pupsi» – so und anders rufen sich verliebte Pärchen.

Geschichte des Valentinstags

Obwohl viele Leute glauben, dass die Erfindung des Valentinstags auf die Blumenverkäufer zurückzuführen ist, reichen die Wurzeln des Feiertags tief in die Vergangenheit zurück. Der Tag der Liebenden wurde nach dem heiligen Valentin benannt, der im 3. Jahrhundert nach Christus im heutigen Italien lebte. Damals war das Ausleben des christlichen Glauben untersagt. Deshalb war es den Liebenden auch nicht erlaubt, kirchlich zu heiraten. Valentin wiedersetzte sich diesem Verbot und vermählte die Paare gleichwohl. Dies hatte zur Folge, dass er trotz seines hohen Ansehens bei Kaiser Claudius ll. zur höchsten Strafe verurteilt wurde. Am 14. Februar 269 wurde er in Rom hingerichtet und rund 100 Jahre später heiliggesprochen. Etwa 200 Jahre nach Valentins Tod, erklärte Papst Gelasius den 14. Februar zum «Valentinstag».

«Baby, kannst du mir schnell dies reichen.» «Tiger, kannst du das schnell für mich erledigen.» Da liegt die Liebe nicht nur in der Luft, sondern auch in der Sprache. Auch heute am Valentinstag, wenn tonnenweise Blumen und Schokolade gekauft wird, um der oder dem Liebsten eine Freude zu machen. Selbstverständlich dürfen dabei auch die niedlichen Bärchen mit Aufschriften wie «Ich liebe dich mein Schatz» oder «Du bist mein Bärchen» nicht fehlen. Die Aargauer Zeitung hat sich umgehört. Was halten die Leute in der Region wirklich von Kosenamen? Das Fazit vorweg: Sie liegen nach wie vor hoch im Kurs.

Jeannine Fischer, 39, Merenschwand: «Kosenamen sind ganz in Ordnung. Mein Herzblatt nenne ich ‹Schatz›. Dieser Kosename gefällt mir eigentlich am besten.»
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Beatrice Plaukovits, 62, Wohlen: «Ich nenne meinen Liebsten ‹Schatz›. Kosenamen finde ich aber grundsätzlich nichts Spezielles, es kommt eben auf die Situation und die Person an.»
Severina Fischer, 21, Bremgarten: «Ich finde Kosenamen grundsätzlich eine gute Sache, besonders in einer Beziehung. Meinem Freund sage ich eigentlich fast ausschliesslich ‹Schatz›.»
Heidi Schütz, 75, Wohlen: «Ab und zu nenne ich meinen Mann noch ‹Schatz›. Da wir aber schon älter sind, machen wir uns im Gegensatz zu früher nicht mehr viel aus Kosenamen.»
Franz Furrer, 77, Wohlen: «Ich nenne meine Frau gerne ‹Schatzimüsli›. Wieso sollte man keine Kosenamen füreinander haben? Ist doch etwas Schönes.»
Selina Dias, 15, Fahrwangen: «Ich finde Kosenamen sehr niedlich. Ich nenne meinen Freund eigentlich meistens ‹Schatz›. Manchmal ist er aber auch mein ‹Bubu›.»
Luzia und Bruno Keller, 54 und 58, Bremgarten: «Wir haben eigentlich nur je einen Kosenamen füreinander. Bruno ist mein ‹Busi›.» «Und Luzia ist meine ‹Busle›.»

Jeannine Fischer, 39, Merenschwand: «Kosenamen sind ganz in Ordnung. Mein Herzblatt nenne ich ‹Schatz›. Dieser Kosename gefällt mir eigentlich am besten.»

Loredana Di Fronzo

Fantasie kennt kaum Grenzen

«Schatz» ist mit Abstand der beliebteste Kosename. Genannt wurden aber auch «Schatzimüsli», «Spatz», «Herzblatt», «Müsli», «Bussi», «Bubu», «Tiger», «Bärli» oder das hundskommune «Schätzi». Schon eher exotisch daher kommen Ausdrücke «Schmüsi», «Tussy oder «Blubsibär».

Aber: Nicht alle können sich mit Kosenamen anfreunden. «Ich halte nicht viel davon, meine Frau spreche ich mit dem richtigen Namen an», sagt ein Passant. Eine ältere Dame schliesst sich an: Im Alter braucht man so etwas nicht mehr.» «Ich sage meinem Mann den richtigen Namen. Auch für meinen Sohn habe ich keinen Kosenamen. Nur meine Tochter nenne ich oft ‹Spatz›», erklärt eine Mittvierzigerin.

Kosenamen gehören für viele Leute dazu. Aber sie sind kein Muss: «Ich finde sie schön, aber sie zu nützen ist freiwillig», sagte eine Passantin in Muri.

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