Geltwil
Korb für die Privatschule Sonnenweg – das Interesse ist zu klein

Der Gemeinderat will mit der Privatschule Sonnenweg keinen Schulvertrag eingehen. Das beantragt er der ausserordentlichenGemeindeversammlung.

Eddy Schambron
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Nun ist klar: Die Rolladen im Schulhaus Geltwil bleiben unten. ES

Nun ist klar: Die Rolladen im Schulhaus Geltwil bleiben unten. ES

Eddy Schambron

Der Gemeinderat Geltwil erachtet es als nicht vertretbar, zulasten der Kinder das Wagnis mit der neu zu eröffnenden Privatschule Sonnenweg als Schulangebot für Geltwiler Kinder einzugehen. Das hält er in einer Stellungnahme zur ausserordentlichen Einwohnergemeindeversammlung am 6. April fest, wo es um die Gestaltung des künftigen Schulunterrichts für die Geltwiler Kinder geht. Die Schule Geltwil muss wegen zu geringer Schülerzahlen die eigenständige Schule schliessen.

Mit einer Unterschriftensammlung hatten 52 Einwohnerinnen und Einwohner eine Konsultativabstimmung für einen Versuch von mindestens einem Jahr mit der Privatschule Sonnenweg gefordert. In einer Elternbefragung stellte sich heraus, dass von den zwölf schulpflichtigen Kindern vier die Privatschule in Geltwil besuchen würden unter der Voraussetzung, dass das Schulgeld von der Einwohnergemeinde Geltwil getragen wird. Sechs Kinder werden die öffentlichen Schulen in Muri, Beinwil oder Buttwil besuchen und zwei Kinder erhalten Heimunterricht. Der Gemeinderat könne und wolle die Qualifikation der Leiterin der Privatschule Sonnenweg, Angela Fisch, nicht beurteilen. Auch sei es den Eltern überlassen zu entscheiden, ob sie ihr Kind nach den Grundsätzen der Privatschule Sonnenweg schulen lassen möchten. Das stehe ihnen auf eigene Kosten jederzeit frei.

Rechtlich heikel

«Es ist aber nicht zum Wohl der Kinder, nach einer jahrelangen unstabilen Situation an der öffentlichen Primarschule Geltwil mit häufigen Lehrpersonenwechseln ein weiteres Jahr länger eine Versuchsphase mit Unsicherheiten und schwieriger Umsetzung zu lancieren.» Es sei auch als Zeichen der Skepsis zu werten, wenn von den Eltern nur für vier Kinder den Eintritt in die Privatschule vorgesehen würden.

Der Rechtsdienst des Departements Bildung, Kultur und Sport hat den Gemeinderat Geltwil informiert, dass beim Abschluss eines Vertrages mit der Privatschule in Geltwil und der Kostenübernahme des Schulgeldes durch die Einwohnergemeinde ein Präjudiz bezüglich Gleichbehandlung geschaffen werde.

«Das heisst konkret, dass es Eltern dann die Möglichkeit bietet, ihr Kind auch in einer anderen Privatschule vollumgänglich auf Kosten der Einwohnergemeinde Geltwil unterrichten zu lassen», schreibt der Gemeinderat. Die vollständig freie Schulwahl mit vollumfänglicher Kostenfolge für die Einwohnergemeinde Geltwil bringe enorme, nicht abschätzbare Risiken.

Unterricht ist gewährleistet

Der Gemeinderat beantragt die Ablehnung des Vertrages mit der Privatschule Sonnenweg; die Anbindung an die öffentlichen Schulen in den Nachbargemeinden sei gewährleistet. Der Abschluss eines Mietvertrages mit der Privatschule oder anderer Nutzer für Räumlichkeiten des Schul- und Gemeindehauses Geltwil liege in der Kompetenz des Gemeinderates.