Murimoos werken und wohnen ist Arbeitsplatz und Wohnung für Menschen mit Beeinträchtigungen, es ist Produzent und Vermarkter von Bio-Gemüse und Bio-Fleisch, wegen dem Spielplatz beliebter Treffpunkt für Eltern mit kleinen Kindern – und neuerdings will es sich auch vermehrt als attraktiver Gastgeber positionieren.

«Mit der Erneuerung und dem Umbau des Sämi-Holliger-Saals und des ehemaligen Direktorenhauses bieten wir neu einen idealen Rahmen für grössere private Feiern oder Firmenanlässe», erklärt Geschäftsführer Michael Dubach. Das Murimoos bietet im Direktorenhaus etwa ein exklusives Menü oder Raclette- und Fondue-Abende für bis zu 50 Personen.

Im Sämi-Holliger-Saal werden bis zu 80 Personen auf Wunsch mit individuellen Menüs bewirtet. «Wir haben eine gute und leistungsfähige Küche.» Gerade in der Vorweihnachtszeit, die gerne für Firmenanlässe genutzt wird, «mag es im Raum Muri dieses zusätzliche Angebot gut vertragen».

Bewohner werden nicht durch Lärm gestört

Vor ziemlich genau einem Jahr weihte Murimoos den neuen Spielplatz ein, der nicht am alten Platz nahe bei den Wohnhäusern aufgebaut, sondern verlegt wurde, weil die starke Nutzung Murimoos-Bewohner zunehmend in ihrer Erholungszeit am Wochenende störte. Ist es jetzt nicht ein Widerspruch, mit dem neuen Gastronomieangebot zusätzlich Betrieb in die Institution zu bringen?

«Nein», sagt Dubach. Einerseits sei das Direktorenhaus weit genug weg von den Wohnräumen der Bewohner, andererseits würde bei Anlässen im Sämi-Holliger-Saal darauf geachtet, nur solche zuzulassen, die die Bewohner nicht störten.

Nach wie vor werde im Murimoos, wie schon seit Jahrzehnten, Wert darauf gelegt, eine offene Institution zu sein. «Es gefällt vielen Bewohnern gut, immer wieder Kontakt zur Bevölkerung zu haben. Und wer das nicht wünscht, verfügt über Rückzugsmöglichkeiten».

Viele Aufgaben warten in der nahen Zukunft

Selbstverständlich nimmt Murimoos werken und wohnen die Rolle als Gastgeber nicht uneigennützig wahr. Neben Holz- und Spielzeugproduktion, Landwirtschaft und Gemüsebau, neben Bio-Markt und Bio-Metzgerei soll das neue Angebot zusätzliche Einnahmen bringen. Schliesslich werden die Betriebe nicht gewinnorientiert, aber nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt.

«Die Produktions- und Dienstleistungsbetriebe bieten sinnvolle Arbeitsplätze für die Klienten und erwirtschaften gleichzeitig einen wichtigen Teil des finanziellen Fundamentes des Gesamtbetriebes», wird im Leitbild festgehalten. Und Geld ist bei den anstehenden Aufgaben nötig: Da ein Fahrzeug, das ersetzt, dort ein Dach, das saniert werden muss. Die Klientenräume sollen mit kleinen Sanierungsmassnahmen zeitgemäss gehalten, die Folienhäuser müssen dringend repariert werden. Und in nicht ferner Zukunft wird eine Gesamtsanierung des Wohn- und Gastrobereichs unumgänglich sein.

Interessant ist die Absicht, dass auf dem Murimoosweg, in Ergänzung zu aktuell dargestellten Themen, auch das Leben und Arbeiten im Murimoos einbezogen werden soll. Vielen Besucherinnen und Besuchern sei nicht bewusst, dass die Bewohner der eigentliche Mittelpunkt im Murimoos sind und dass das Gelände nicht nur Spielplatz, Café und Naherholungsgebiet ist, sondern auch Zuhause und zugleich Arbeitsplatz der Klienten.