Bettwil
Kommissar Rex in Aktion: Rund 70 Hundeführer und ihre Hunde harmonierten

Am Wochenende hatten die Dienst- und Militärhundeführer an den Schweizer Meisterschaften Gelegenheit, das Können ihrer Vierbeiner unter Beweis zu stellen. Über 70 Teilnehmer nahmen an den Wettkämpfen auf dem Militärgelände oberhalb von Bettwil teil.

Verena Schmidtke
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Ein Schutzhund stellt einen Verdächtigen während der Prüfung Patrouillengang. Fotos: Verena Schmidtke

Ein Schutzhund stellt einen Verdächtigen während der Prüfung Patrouillengang. Fotos: Verena Schmidtke

Alle zwei Jahre findet diese Veranstaltung um den Schweizermeistertitel statt, erklärt Mike Greub, Technischer Leiter des Vereins für Schweizer Militärhundeführer (SMF). Dabei wechseln sich die Regionalgruppen mit der Austragung ab. In diesem Jahr organisierte die Gruppe Zentralschweiz unter der Leitung von Erich Hodel den Anlass.

Die Vorbereitungen dafür nahmen etwa ein Jahr in Anspruch. In der vergangenen Woche ging es dann mit rund 25 Helfern an den Aufbau der verschiedenen Parcours. Hodel berichtet: «Wir sind sehr froh, für die Schweizer Meisterschaften das Militärgelände nutzen zu können. Die Bedingungen hier sind sehr gut, das konnten wir schon in den Testläufen feststellen.»

Die Wettkämpfe sind in die Sparten «Schutzhund», «Spürhund Betäubungsmittel» sowie «Spürhund Sprengstoff» unterteilt. Vertreten sind dabei Hunde aus dem Polizei- und Militärdienst, von der Grenzwacht sowie von Flugplätzen und auch aus dem Bereich der Justiz.

Bei den Prüfungen sollen die Schutzhunde zeigen, dass sie mit ihrem Hundeführer ein Team bilden und auf Befehle hören können, erläutert Mike Greub den genauen Ablauf. Beim Patrouillendienst müssen sie Verdächtige in einem Waldstück und einem Bunker finden und wenn nötig an der Flucht hindern. Zu den weiteren Prüfungskategorien gehören das Absuchen von Gebäuden und der Schutzdienst. Die Prüfungen der Spürhunde sind vom Ablauf her ähnlich, nur dass Betäubungsmittel oder Sprengstoff gefunden werden muss. Dabei müssen die Hunde Innenräume, Fahrzeuge und eine Identifikationsstrasse absuchen. Wenn sie etwas Verdächtiges wahrnehmen, zeigen sie das passiv an, indem sie sich vor die Stelle setzen oder legen. Der Hundeführer schaut dann nach, was entdeckt wurde. «Das ist nicht immer so einfach, wie es sich anhört», berichtet Greub, «für den Menschen kaum wahrnehmbare Luftbewegungen können die feinen Spürnasen der Hunde in die Irre führen.» Umso beeindruckender, wie viele der Hunde das Gesuchte aufspüren. Während der Prüfung begleitet ein Richter Hundeführer und Vierbeiner und erklärt nach der Prüfung, wie sich beide geschlagen haben. Zu holen gibt es 300 Punkte.

Die Ausbildung der Dienst- und Militärhunde beginnt im Welpenalter. Mike Greub erzählt, dass man es den jungen Hunden schon sehr früh anmerkt, ob sie gut im Job sein werden. Etwa drei Jahre dauert es dann, bis die Grundausbildung abgeschlossen ist. Danach werde zwei bis drei Mal pro Woche trainier. Wettkämpfe wie die Schweizermeisterschaften seien ein guter Anlass, um zu sehen, wo man stehe, sagt Greub und fügt bei: «Die Anlässe sind auch eine gute Möglichkeit, sich mit den Kollegen auszutauschen.»