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Gehaltserhöhung für den Wohler Gemeinderat: Zu viele Fragen sind unbeantwortet

Das kam unerwartet und schlug ein wie eine Bombe: Der Gemeinderat zog seine Vergütungsvorlage an der Einwohnerratssitzung zurück.

Nathalie Wolgensinger
Nathalie Wolgensinger
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Zurück auf Feld eins: Der Wohler Gemeinderat geht nochmals über die Bücher und stellt in einigen Monaten ein neues Vergütungsreglement vor. (20. April 2020)

Zurück auf Feld eins: Der Wohler Gemeinderat geht nochmals über die Bücher und stellt in einigen Monaten ein neues Vergütungsreglement vor. (20. April 2020)

Chris Iseli

Nicht ausgereift und zur falschen Zeit – diese beiden Vorwürfe muss sich der Wohler Gemeinderat für sein Vorgehen in Sachen Vergütungsreglement gefallen lassen. Dass die Vorlage auf Kritik und Ablehnung stossen würde, das zeichnete sich ab. Auch in den Leserbriefspalten der Lokalzeitung. Sauer stiess den Kritikern nicht nur der Zeitpunkt auf, sondern die Tatsache, dass man mit Einführung des Geschäftsleitungsmodells vor vier Jahren ankündigte, das Milizsystem zu entlasten und Kosten zu senken.

Wie kontrovers diese Diskussion geführt wird, zeigt die Abstimmung der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission exemplarisch auf: Einer Ja-Stimme standen vier Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen gegenüber. Quer durch den Rat beschäftigt diese eine Frage, nämlich wie gross der Aufwand für die Schule tatsächlich sein wird. Diese Frage muss der Gemeinderat beantworten und mit konkreten Zahlen belegen.

Wer um eine Gehaltserhöhung nachfragt, der muss dafür gute Argumente liefern. Das hat der Gemeinderat bisher verpasst. Während der Pandemie eine Lohnerhöhung zu fordern, ist ein denkbar schlechter Zeitpunkt. Dieses Vorgehen zeugt von wenig Fingerspitzengefühl.

Kontraproduktiv ist aber auch, die Sitzung zu verlassen, wie dies einige Vertreter der SVP taten, weil man mit dem Verlauf der Diskussion nicht einverstanden ist. Dann muss man sich als demokratisch gewählte Volksvertreter die Frage gefallen lassen, wer denn nun ein «Chasperlitheater» veranstaltet.