Kommentar
Einwohnerratswahlen in Wohlen: Qualität kommt vor Quantität

Die SVP hatte 40 Namen auf ihrer Einwohnerratswahlliste und verlor einen Sitz. Die GLP hatte 15 Namen drauf und gewann drei Sitze dazu. Was sagt das über die Parteien aus?

Andrea Weibel
Andrea Weibel
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Quantität kommt vor Qualität – auch im Einwohnerrat Wohlen.

Quantität kommt vor Qualität – auch im Einwohnerrat Wohlen.

ian (14.10.2019)

An den Einwohnerratswahlen zeigte sich deutlich: Qualität kommt vor Quantität. Die GLP, die mit drei Sitzgewinnen klare Siegerin, legte eine beeindruckende Liste vor. 15 Namen standen darauf. Viele der Köpfe sind bekannte Wohlerinnen und Wohler, die man nicht zuerst mit der Politik verbindet, sondern die sich in anderen Gebieten positiv hervorgetan haben. Der Kanti-Rektor, der Lehrer, der in kulturellen Kreisen bekannte Unternehmer. Leute, mit denen man diskutieren kann.

Dagegen hat sich die SVP damit gerühmt, alle 40 Listenplätze gefüllt zu haben. Was hat ihr das gebracht? Sie hat einen Sitz verloren. Denn die meisten der – nennen wir das Kind beim Namen – Listenfüller sind im Dorf kaum bekannt.

Schade ist, dass der 40-köpfige Einwohnerrat, der zuvor zwölf Frauen zählte, nun auf deren elf reduziert wurde. Denise Strasser (FDP) wechselt an den Gemeinderatstisch. Für die Abgewählten Monika Alder (SVP), Annalise Steiner (SVP) und Simone Allenspach (SP) kommen neu Laura Matter (SP), Corinne Manimanakis (SP) und Francine Koch (FDP) hinzu. Auch hier gilt natürlich Qualität vor Quantität. Aber gerade der SVP, die nun zehn Männer zwischen 47 und 72 Jahren zählt, täten jüngere und weibliche Meinungen gut.

Das beste Resultat erzielte Harry Lütolf (Die Mitte). Er ist deutlich der lauteste Einwohnerrat mit der meisten Redezeit. Wie es hier um das Verhältnis zwischen Qualität und Quantität steht, sei dahingestellt.

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