Kommentar
Aufmerksamkeit allein reicht eben doch nicht

In Merenschwand haben drei Leute für den Gemeinderat kandidiert, die in den vergangenen Monaten öfter in den Medien anzutreffen waren. Wollten sie sich von dieser Aufmerksamkeitswelle ins Amt spülen lassen? Und wie steht es um die jungen Kandidaten und Wähler?

Melanie Burgener
Melanie Burgener
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Theres Schöni und Fabian Brun haben nur wenige Stimmen erhalten und verpassen den Einzug ins Gemeindehaus Merenschwand.

Theres Schöni und Fabian Brun haben nur wenige Stimmen erhalten und verpassen den Einzug ins Gemeindehaus Merenschwand.

Bilder: zvg

Die Auswahl an Gemeinderäten in Merenschwand war gross. Neun Kandidierende, drei davon wollten Ammann werden. Einzelne sorgten jüngst für Aufsehen. Theres Schöni wurde als sogenannte Coronaleugnerin schweizweit bekannt, Fabian Brun scheiterte wegen eines Gerichtsfalls an der Wahl zum Friedensrichter und Tobias Schär gründete ein Hilfswerk, das während des Lockdowns Schulkinder, die sich keinen Laptop leisten konnten, mit einem versorgte.

Wollten die drei auf dieser Aufmerksamkeitswelle in den Gemeinderat reiten? Falls ja, hat es nicht funktioniert. Schöni und Brun erhielten nur wenige Stimmen. Auch Schär verpasste den Einzug ins Gemeindehaus. Der 27-Jährige darf als Neukandidat aber stolz auf seine 603 Stimmen sein.

Stolz ist er auch über die Merenschwander Wahlbeteiligung von 52,3 Prozent. Möglich, dass Schärs Kandidatur die jüngere Generation motivierte. Ein Trend zu jüngeren Ratsmitgliedern ist auf jeden Fall auch in den Oberfreiämter Gemeinderäten zu erkennen. Dieser zeichnete sich bereits vor vier Jahren ab. Es scheint, als ob die Wähler auch heuer öfter auf die jüngere Generation setzen.

In Aristau wurde der 22-jährige Fabian Trüb gewählt: Er erreichte mehr Stimmen als der bisherige Ammann René Meier. Auch Isabel Hediger, neue Frau Vizeammann, senkt mit 37 Jahren den Altersdurchschnitt im Aristauer Gremium. Mit ihr ist ein Teil der Spitze in Frauenhand.

In Muri ist mit Carolynn Handschin neben Milly Stöckli eine zweite Frau in den Gemeinderat eingezogen, sie ist mit 45 Jahren die dritte im Bunde unter 50 – was bei Politikern «jung» bedeutet. Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger ist 45-jährig, Beat Küng ist 47. Oft hat die ältere Generation Angst, die «Jungen» interessieren sich nicht mehr für Politik. Diese Wahlen zeigen: Das stimmt nicht.

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