Waltenschwil
Komitee setzt sich für flächendeckende Verkehrsberuhigung ein

Für das Waltenschwiler Komitee ist klar: Tempo 30 bringt zahlreiche Vorteile. Im Büelisacker nutzen Kinder, Reiter, Hundehalter Velofahrer, Skater, Bauern mit Traktoren und Autofahrer die Strasse - da bringe eine 30er-Zone einfach mehr Sicherheit.

Fabian Hägler
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Das Komitee für ein lebenswerteres Waltenschwil mit Martin Bachofen, Gabriele Bissola, Heinz Jaeggi, Josef Peter, Urs Lüthi und Karl Staubli (von links) setzt sich für Tempo 30 in allen Wohnquartieren ein.

Das Komitee für ein lebenswerteres Waltenschwil mit Martin Bachofen, Gabriele Bissola, Heinz Jaeggi, Josef Peter, Urs Lüthi und Karl Staubli (von links) setzt sich für Tempo 30 in allen Wohnquartieren ein.

Fabian Hägler

«Eigentlich haben wir uns kürzlich getroffen, um die Auflösung der Verkehrskommission für Tempo 30 zu feiern», sagt Urs Lüthy. Schliesslich hat die zehnköpfige Kommission ihr Ziel erreicht, die Gemeindeversammlung sagte am 15. Juni deutlich Ja zur flächendeckenden Einführung von Tempo 30 in allen Quartieren. Inzwischen hat sich die Situation aber geändert: 426 gültige Unterschriften hat Referendumsführer Stefan Furrer bei der Gemeindekanzlei eingereicht, somit entscheidet sich am 23. September an der Urne, ob Waltenschwil tatsächlich Tempo 30 erhält. «Deshalb haben wir an unserer Sitzung beschlossen, ein Komitee zu gründen, das sich für dieses Anliegen einsetzt», erklärt Lüthi.

Mehr Sicherheit, weniger Lärm

Für Lüthi und seine Mitstreiter ist klar: Tempo 30 bringt zahlreiche Vorteile. «Bei uns in Büelisacker nutzen Kinder, Reiter, Hundehalter Velofahrer, Skater, Bauern mit Traktoren und Autofahrer die Strasse - da bringt eine 30er-Zone einfach mehr Sicherheit», sagt Martin Bachofen. Heinz Jaeggi betont, bei tieferen Geschwindigkeiten reduziere sich der Lärm markant. «Zudem gibt es auch deutlich weniger Emissionen, wenn man mit 30 statt 50 unterwegs ist», ergänzt er. Dies sei wichtig, weil der Verkehr in den Waltenschwiler Quartieren stark zugenommen habe. Urs Lüthi rechnet vor: «Um mein Wohnquartier zu durchqueren, brauche ich mit 30 km/h etwa 20 Sekunden mehr als mit 50 km/h.» Dieser Zeitverlust werde durch den Gewinn an Lebensqualität aber bei weitem aufgewogen. «Umfragen in diversen Gemeinden zeigen: Wer Tempo 30 einmal hat, will nicht mehr zurück», argumentiert Lüthi.

Tiefe Kosten, Mehrwert fürs Dorf

Karl Staubli ist überzeugt, dass die Waltenschwiler Bevölkerung den Mehrwert von Tempo 30 erkennen werde. «Die Kosten sind mit 120 000 Franken relativ niedrig, wir bekommen für wenig Geld eine markante Verbesserung im ganzen Dorf.» Lüthi ergänzt, die Gemeinde, die sich als jung, dynamisch und familienfreundlich bezeichne, stehe gegenüber Neuzuzügern auch in der Pflicht. «Wenn wir diesen Schlagworten nachleben wollen, ist die Einführung von Tempo 30 ein wichtiger Schritt», sagt er. Josef Peter ist optimistisch, dass die Verkehrsberuhigung im Dorf auch an der Urne eine Mehrheit finden wird. «Das Ergebnis der Gemeindeversammlung war klar, ich glaube nicht, dass sich die Mehrheitsverhältnisse nun ändern werden», meint er.

Keine Schwellen, wenige Töpfe

Ein wichtiger Grund dafür könnte laut Martin Bachofen sein, dass in den Tempo-30-Zonen keine Schwellen geplant sind, die Hindernisse für landwirtschaftliche Fahrzeuge wären. «Auch sonst sind die baulichen Massnahmen sehr bescheiden, es wird nur wenige Blumentöpfe geben», erläutert er. Im breit abgestützten Komitee seien Vertreter aus allen Quartieren und diversen Berufen vertreten. «Wir haben kritische Fragen eingehend diskutiert und sind zuversichtlich für den 23. September.»

Dennoch gelte es nun, Überzeugungsarbeit zu leisten, sagt Karl Staubli. «Die Gegner haben beim Referendum sechsmal mehr Unterschriften als Nein-Stimmen an der Gemeindeversammlung erreicht - wenn wir unseren Anteil der Ja-Stimmen verdreifachen können, wird Tempo 30 angenommen», rechnet er vor.