Lindenberg
Knatsch um Windräder: Luzerner Gemeinde wirft Beinwil Vertragsverletzung vor

Auf dem Lindenberg im Grenzgebiet zwischen Luzern und Aargau sollen dereinst Windräder Energie liefern. Vorerst gibt es aber Ärger: Der Gemeinderat von Hitzkirch LU kritisiert die Aargauer Gemeinde Beinwil, weil diese sich mit einem Alleingang nicht an eine Vereinbarung halte.

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Windenergie-Debatte im Kanton Aargau

Windenergie-Debatte im Kanton Aargau

Keystone

Bereits 2012 hatten unter anderen die beiden Gemeinden vereinbart, dass man beim Projekt eines Windparkes koordiniert plane und sich bei Planungsschritten jeweils gegenseitig anhört und informiert. Dies habe die Gemeinde Beinwil Freiamt nicht getan und somit eine Vertragsverletzung begangen, teilte der Gemeinderat von Hitzkirch am Dienstag mit.

Man habe dem Rat der Nachbargemeinde sowie der Windpark Lindenberg AG daher eine Rüge zukommen lassen und warte nun auf eine Antwort, hiess es bei der Gemeinde auf Anfrage. Grund für die Unzufriedenheit ist ein Vorbericht, den Hitzkirch Anfang Jahr erhalten hat.

Daraus musste der Gemeinderat entnehmen, dass Beinwil bereits 2014 mit der Firma Ennova SA einen Kooperationsvertrag zur Entwicklung und Realisierung eines Windparks auf ihrem Gemeindegebiet abgeschlossen habe. Auch seien bereits Vorverträge mit Grundeigentümern abgeschlossen worden.

Ohne Luzerner Mitwirkung

Durch die Beschränkung des Windparks auf einen Perimeter innerhalb der Beinwiler Gemeindegrenzen werde es möglich, die Windräder ohne Luzerner Mitwirkung zu realisieren. Die Stimmbürger von Hitzkirch könnten in der neu geschaffenen Ausgangslage in keiner Phase am demokratischen Prozess über dieses Projekt teilnehmen.

Ganz anders sieht man das in Beinwil. "Ich distanziere mich vom Vorwurf einer Vertragsverletzung", sagte Gemeindeammann Albert Betschart-Schriber auf Anfrage. Seines Erachtens habe die Planung nämlich erst Anfang Jahr begonnen mit dem Begleitgruppenprozess, zu dem auch die Luzerner Seite eingeladen sei.

Sollte es dereinst zur Nutzungsänderung kommen, also zur Umzonung in eine Windzone, wären die Nachbarn aus Hitzkirch überdies im Mitwirkungsverfahren zu Einsprachen legitimiert.

Die Windpark Lindenberg AG plant ausschliesslich auf dem Aargauer Kantonsgebiet drei bis vier Windkraftanlagen. Diese stehen in unmittelbarer Nähe zur Gemeindegrenze von Hitzkirch, das damit die Auswirkungen zu einem grossen Teil mittragen würde.

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