Stadt Mutschellen
Kleinstadt statt dreier ebenbürtiger Gemeinden am Mutschellen?

Noch ist die Einheitsgemeinde Mutschellen Zukunftsmusik. Es scheint aber nur eine Frage der Zeit, bis die baulich seit langem zusammengewachsenen drei Gemeinden Berikon, Widen und Rudolfstetten den politischen Zusammenschluss vollziehen werden.

Lukas Schumacher
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Projektleiter Karl Schaufelbühl von der Fachhochschule Nordwestschweiz erläutert die Vorabklärungen. sl

Projektleiter Karl Schaufelbühl von der Fachhochschule Nordwestschweiz erläutert die Vorabklärungen. sl

AZ

«In einigen Jahren, spätestens 2020, dürfte die Kleinstadt Mutschellen gebildet sein», vermuten auswärtige Beobachter sowie Mutscheller Politauguren.
«Drei gleichwertige Gemeinden»
Der Weg zur möglichen Fusion auf dem Mutschellen ist freilich lang. Erste Abstimmungen oder ein Zusammenschlussprojekt sind noch nicht in Sicht, es laufen Vorabklärungen. Im Auftrag der Mutscheller
Gemeindebehörden sammelten Karl Schaufelbühl und Michael Baumann von der Fachhochschule Nordwestschweiz, Abteilung Hochschule für Wirtschaft, Daten aus den drei Gemeinden. Diese Daten standen im Fokus eines gut besuchten Informationsabends im «Berikerhus».
Wichtigste Erkenntnis des Daten-Vergleichs: Die drei Gemeinden sind sich ziemlich ähnlich. Kein sehr aufregender, schon immer vermuteter Befund, der dennoch Neuigkeitswert hat. Erstmals wird nämlich die «Gleichwertigkeit der drei Gemeinden» durch Fakten belegt. Beispiel Verwaltungs- und Finanzvermögen (Buchwert Grundstücke/Liegenschaften): Widen 18,7 Mio. Franken, Berikon 20,3 Mio., Rudolfstetten 22,6 Mio. Beispiel Stellenprozente der Gemeindeverwaltung: je rund 1300. Beispiel Steuerfuss: Berikon 92, Rudolfstetten 91, Widen 86.
Tiefere Kosten und mehr Effizienz?

Direkte Folgen und Auswirkungen eines Gemeindezusammenschlusses sind noch nicht vertieft angeschaut worden. Wie sich am Informationsabend zeigte, beschäftigt das Thema die Leute stark. Einige Gemeinderäte und Versammlungsteilnehmer führten ins Feld, ein vereinigter Mutschellen mit rund 12 500 Einwohnern habe «in Aarau weitaus mehr politisches Gewicht» als irgendeine der drei Mutscheller Gemeinden.
Daneben wird die Ebenbürtigkeit der drei Mutschellengemeinden als vorzügliche Voraussetzung für eine Fusion eingeschätzt. Einige Teilnehmer gaben zu verstehen, dass sie von einem Zusammenschluss «Kosteneinsparungen, Synergien und mehr Effizienz» erwarten.
Kurz angeschnitten wurden mögliche Organisationsformen bei einer Fusion, die Einsetzung eines Einwohnerrates sowie eines vollamtlichen Mutscheller Gemeindeammanns.
Befragungsrunde bis 28. September
Ob der Ball in Richtung Zusammenschluss rollen soll oder nicht, können die 8000 Mutscheller Stimmberechtigten beeinflussen. Ihnen wurde ein Fragebogen zugeschickt. Die Befragungsrunde läuft bis Ende nächster Woche. Ausgefüllte Fragebogen kann man entweder direkt im Gemeindehaus des Wohnorts abgeben oder im Antwortcouvert per Post aufgeben. Die Resultate der Umfrage werden Ende Jahr vorgestellt.