Geltwil/Kallern
Kleinschulen Geltwil und Kallern sehen sich nicht von einer Schliessung bedroht

Die beiden Freiämter Kleinstschulen Geltwil und Kallern betrachten sich auf Jahre hinaus als gesichert, auch wenn der Kanton als Sparmassnahme die Mindestgrösse von Primarschulklassen von 12 auf 15 Schülerinnen und Schüler heraufsetzt.

Eddy Schambron
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Klassenlehrer Samuel Nurmi mit der 4. und 5. Klasse der Primarschule Geltwil. ES

Klassenlehrer Samuel Nurmi mit der 4. und 5. Klasse der Primarschule Geltwil. ES

Eddy Schambron

Die Aargauer Regierung 37 von total mehr als 120 Millionen Franken im Bildungsbereich einsparen. Das heisst: Wegen des Sparpakets droht vier Aargauer Schulen das Aus.

Zu den kleinsten Schulen im Kanton gehören die beiden Freiämter Kleinstschulen Geltwil und Kallern. Sie sehen sich aber nicht von einer Schliessung bedroht.

Tatsächlich habe die Schule Kallern «eine bessere Ausgangslage denn je», stellt Daniel Schwegler, Schulpflegepräsident von Kallern fest.

Die Entwicklungszahlen zeigten im Schuljahr 2015/16 insgesamt 28 Kinder von der 1. bis 6. Klasse, ein möglicher Zuzug von weiteren Einwohnern nicht berücksichtigt.

Einerseits seien grosse Jahrgänge in den unteren Klassen zu verzeichnen, andererseits sorge die Bautätigkeit im Dorf für gute Perspektiven.

Das Bauprojekt Langmatt II bringt zusätzliche Wohneinheiten ins Dorf. Damit erreiche die Schule Kallern auf Jahre hinaus die geforderte Schülerzahl, auch wenn die Mindestgrösse auf 15 hinaufgesetzt werde, betont Schwegler.

Massnahmen eingeleitet

Auch in Geltwil hat die Gesamtschule in den letzten Jahren mit 14 bis 18 Schülerinnen und Schülern genügend hohe Schülerzahlen ausgewiesen, hält der Gemeinderat in einer Stellungnahme fest.

«Ab Schuljahr 2014/15 wird erstmals die sechste Primarklasse geführt. Dies ist bei der Erhöhung der Mindestschülerzahl auf 15 zu berücksichtigen.»

Gemeinderat und Schulpflege hätten auch entsprechende Massnahmen eingeleitet, um in Zukunft die vom Kanton vorgegebenen Mindestschülerzahl zu erreichen.

Unter anderem wurde das Schulhaus saniert und erweitert, es werden seit Jahren erfolgreich auswärtige Schülerinnen und Schüler in die Gesamtschule aufgenommen und Gemeindeliegenschaften bevorzugt an Familien mit primarschulpflichtigen Kindern vermietet.

Zudem wurde das Konzept «Natur- und Erlebnisschule Geltwil» initiiert, welches die Einzigartigkeit der Schule weiter fördere.

«In Geltwil wird momentan eine grössere Fläche an Bauland für Einfamilienhäuser erschlossen. Es ist davon auszugehen, dass sich da auch Familien mit Kindern ansiedeln.»

«Schule Nerv der Gemeinde»

In beiden Gemeinden ist man sich einig: Ohne Schule würde für die Gemeinschaft ein grosser Schaden entstehen. «Die Schule ist der Nerv der Gemeinde», stellt der Kallerer Schulpflegepräsident fest.

Mit der Schule und in ihrem Umfeld würden zahlreiche Aktivitäten stattfinden, die das Dorfleben prägen und mitgestalten.

Auch der Gemeinderat Geltwil hält «ausdrücklich fest, dass ihm der Erhalt der Gesamtschule sehr wichtig ist.» Deshalb werde die Entwicklung der Schule laufend vorangetrieben und die Einmaligkeit infrastrukturell und finanziell gefördert und unterstützt, «damit eine Basis geschaffen wird für den Weiterbestand der Gesamtschule.»

Ab 2016/17 wirksam

Die Anpassung der Klassengrössen soll auf das Schuljahr 2016/17 wirksam werden. Das Departement Bildung, Kultur und Sport spricht von «zwei bis vier» Schulen, die von einer Schliessung bedroht sein könnten.

Darüber zu diskutieren sei zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation, hielt jedoch Christian Aeberli, Leiter der Abteilung Volksschule, gegenüber der az fest.

Der Zuzug weniger oder gar nur einer einzigen Familie mit Kindern könne genügen und schon sehe die Situation in einer kleinen Gemeinde anders aus. «Wir wollen keine Diskussion anheizen, die nicht nötig ist.»

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