Sins

Klares Ja zur lange ersehnten Sinser Südwestumfahrung

Die Einfahrt im Bachtal in den 912 Meter langen Umfahrungstunnel wird über eine Brücke erfolgen ZVG

Die Einfahrt im Bachtal in den 912 Meter langen Umfahrungstunnel wird über eine Brücke erfolgen ZVG

Mit 351 Ja gegen 59 Nein fiel der Entscheid der Sinserinnen und Sinser an der gestrigen ausserordentlichen Einwohnergemeindeversammlung erwartet klar aus. Der Antrag auf geheime Abstimmung war abgelehnt worden.

An der Versammlung in der neuen Ammannsmatt-Halle nahmen 446 von 2637 Stimmberechtigten teil; damit unterliegt der Entscheid dem fakultativen Referendum. Die Idee einer Umfahrung von Sins entstand bereits in den 40er-Jahren, wie Gemeindeammann Josef Huwiler erinnerte. 1979 entschieden sich die Stimmberechtigten schliesslich für die Variante Südwestumfahrung und gegen die Variante Einhorn. Für den Kanton war klar, dass das Projekt in zwei Etappen zu realisieren sei.

Zuerst wurde die neue Sinser Reussbrücke 1996 realisiert. Wieder Bewegung kam in die Sache, als der damalige Gemeindeammann Jakob Peterhans 2005 in einem Schreiben an die Regierung die Realisierung der Südwestumfahrung forderte. «Das ist das grösste Geschäft, das wir in Sins je hatten», machte Huwiler klar und freute sich über die grosse Versammlungsbeteiligung.

Linienführung unumstritten

Ressortvorsteher Andreas Villiger lobte die gute Zusammenarbeit auf allen Ebenen in der Planungsphase. Ein Vorteil sei sicher gewesen, dass die Linienführung nie umstritten war. Weiter hat der Gemeinderat beschlossen, zuerst die Südwestumfahrung und erst später, im Rahmen der Innerortsmassnahmen, der Kreisel Letten zu realisieren. «So ist die Wertschöpfung für die Gemeinde grösser.» Kantonsingenieur Rolf Meier stellte das Projekt näher vor und zeigte anhand von Bildern, wie die Landschaft nach dem Bau wieder weitgehend in den ursprünglichen Zustand zurück gestaltet wird.

Andrea Moll, Ressortverantwortliche Finanzen im Gemeinderat, unterstrich, dass der Gemeindeanteil von 9,8 Mio. Franken fix ist, auch wenn das Bauwerk teurer werden sollte. Darin enthalten sind 2,5 Mio. Franken für Innerortsmassnahmen, welche der Gemeinde ohnehin anfallen würden. Sie erklärte, dass der Beitrag für die Gemeinde «kein Pappenspiel», aber finanziell verkraftbar sei. Erste Zahlungen sind erst ab 2018 fällig.

In der Diskussion konnten noch verschiedene Fragen geklärt werden. So wurde etwa betont, dass der Unterhalt des Bauwerkes von rund 50 000 Franken jährlich vollumfänglich vom Kanton getragen wird. Themen waren auch ökologische Ausgleichsmassnahmen oder eine mögliche Erhöhung des Steuerfusses. Kernstück der rund 85 Mio. Franken teuren Umfahrung ist ein Tunnel zwischen Bachtal und Kreisel Süd mit einer Länge von 912 Metern. Neben einem neuen Kreisel Bachtal gibt es hier auch eine 67 lange Zubringerbrücke.

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