Es ist heiss, aber die Arbeitsmoral ist gut. Asylsuchende setzen für einen Bauern in Werd/Rottenschwil Süsskartoffeln. Sie kommen aus Afghanistan oder Eritrea, die Umgangssprache ist «Asyldeutsch», wie Gruppenleiter Marcel Lang von der Trinamo AG, einem Sozialunternehmen, das unter anderem Arbeitsprogramme für Asylsuchende bereitstellt, lachend sagt. «Das klappt gut.» Die Sprache besteht aus Deutsch, Englisch, Händen und Füssen. «Man muss viel zeigen und auch etwas Geduld haben», unterstreicht Lang. «Aber dann laufen die Arbeitseinsätze in der Regel problemlos ab.» Auf dem Kartoffelacker sind die Asylsuchenden jedenfalls mit Einsatzfreude am Werk. Ramon ist einer von ihnen. Er kommt aus Afghanistan, studierte vor der Flucht an einer Universität, wie er erklärt, und ist ein halbes Jahr in der Schweiz. Er spricht etwas Deutsch und meint, dass die Arbeit hier nicht streng sei. Hauptsache sei, dass er etwas tun könne.

Theorie und Praxis vereint

Die Nachfrage nach der Arbeitskraft von Asylsuchenden in der Landwirtschaft sei auch wetterabhängig. 35 Leute stehen dem Gruppenleiter für freiwillige Einsätze jeweils zur Verfügung, wobei sich die meisten ziemlich regelmässig zur Arbeit einteilen lassen. «Es sind gute Leute», sagt Lang. «Ich glaube, sie sind auch zufrieden mit uns.» Arbeits- oder Leistungsunwillige würden herausgepickt und nicht mehr für Einsätze vorgesehen. Das Arbeitsprogramm für Asylsuchende bedeutet nicht nur Arbeit gegen eine Motivationsentschädigung, sondern vermittelt auch theoretische und praktische Grundlagenkenntnisse sowie Fähigkeiten, die für den Aufbau einer selbstständigen Existenz im Herkunftsland genutzt werden können. Zudem erhalten die Asylsuchenden so eine Tagesstruktur und Einblick in die schweizerische Arbeitswelt.

Neben einem praktischen Arbeitsteil werden auch Grundlagen zur Arbeitssicherheit und zur Gesundheitsförderung im Allgemeinen vermittelt, hält Trinamo fest.

Mehr Informationen: Trinamo AG, Aarau, Tel.: 062 834 51 51, www.trinamo.ch